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Aktuelles

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27.05.2016

Expertise "Armut und Armutsrisiken von Frauen und Männern - Ein Update"

Die Bekämpfung der Armut ist eines der fünf Kernziele der Strategie Europa 2020 und ein Schwerpunkt der ESF-Förderperiode 2014-2020. 

In der neu veröffentlichten Expertise "Armut und Armutsrisiken von Frauen und Männern - Ein Update" und dem entsprechenden Fact Sheet werden Daten und Fakten zum Thema Armut aus einer Geschlechterperspektive präsentiert. Im Hinblick auf das Querschnittsziel Antidiskriminierung wird auf die Armutsgefährdung von Frauen und Männern mit Migrationshintergrund sowie von Frauen und Männern mit Behinderung eingegangen. In der Expertise werden in einem Exkurs zum ESF-Querschnittsziel Ökologische Nachhaltigkeit zudem Zusammenhänge von Armut und Umwelt aufgezeigt.
Expertise
Fact Sheet

Neues Fachthema in der Materialsammlung
In der Materialsammlung für die Querschnittsziele Gleichstellung von Frauen und Männern sowie Antidiskriminierung stehen jetzt neu für das Fachthema "Armut und Armutsrisiken von Frauen und Männern" die gleichnamige Expertise, das Faktenpapier und eine gesonderte Literaturliste zur Verfügung.
Fachthemen


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24.05.2016

Männliche Erzieher bereits in jeder vierten Kita - Landesspezifische Unterschiede

Zum zweiten Mal hat die Koordinationsstelle Chance Quereinstieg/Männer in Kitas den Männeranteil auf Ebene der Einrichtungen präsentiert. Denn es stellte sich immer wieder die Frage: Wie sind die 4,7 Prozent Männer in Kitas (männliche Fachkräfte, Praktikanten und Freiwilligendienstler) auf die Kindertageseinrichtungen verteilt? Kommen mehr Männer dorthin, wo andere schon sind?

Untersucht wurde daher, ob sich die wenigen Männer auch in wenigen Kitas bündeln oder sie sich mehr oder weniger gleichmäßig streuen.

Die Ergebnisse machen große Unterschiede zwischen den Ländern deutlich: Die 4,7 Prozent Männer in Kitas sind im Bundesdurchschnitt auf 26,4 Prozent der 49.762 frühpädagogischen Einrichtungen verteilt. Auf Bundesebene ist somit in gut jeder vierten Kita ein Mann tätig.

Im Ländervergleich liegen Berlin (9,2 Prozent Männeranteil auf 54,5 Prozent der Kitas) und Hamburg (10,5 Prozent auf 55,6 Prozent der Kitas) vorne, hier arbeitet also in mindestens jeder zweiten Kita ein Mann.

Dagegen verteilen sich in Bremen die 8,9 Prozent Männer auf 40,4 Prozent der Kitas, also nicht mal in jeder zweiten. Das legt den Vergleich nahe, dass sich in Bremen viel mehr Männer in viel weniger Kitas bündeln als beispielsweise in Berlin oder Hamburg.

Schlusslicht ist Bayern, wo nur in 15,2 Prozent der Einrichtungen ein Mann arbeitet. Die 2,8 Prozent Männer in bayerischen Kitas sind damit in den Kitas noch nicht in der Breite angekommen. Es bleibt abzuwarten, ob die Entwicklung der Bildungslandschaft in den nächsten Jahren zu einem weiteren positiven Verlauf führt - die bisherigen Daten zeigen, dass es sich lohnt, aber weitere Anstrengungen nötig sind.

Weitere Infos:

mika.koordination-maennerinkitas.de


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23.05.2016

Lesen lernen: wie Jungen schon im Vorschulalter motiviert werden können

Jungen sind weniger motiviert, Lesen zu lernen, wenn sie von Erzieherinnen betreut werden, die sehr traditionell gegenüber Geschlechterrollen eingestellt sind. Das zeigt eine aktuelle Studie von Psychologinnen der Freien Universität Berlin und der Universität Kassel.

Die Autorinnen befragten 135 Erzieherinnen zu ihren Einstellungen gegenüber Geschlechterrollen und untersuchten parallel bei den von ihnen betreuten Jungen und Mädchen die Lesemotivation im Vorschulalter und ihre Lesefähigkeiten ein Jahr nach Schuleintritt.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift "Frontiers in Psychology" veröffentlicht. Obwohl gute Lesefähigkeiten eine wichtige Grundlage für Bildung sind, zeigt sich immer wieder, dass Jungen weniger gut lesen können und insbesondere weniger Interesse am Lesen haben als Mädchen.

"Die Ursachen dafür sind sehr vielseitig", erklärt Ilka Wolter. "Wir haben untersucht, welche Rolle die Einstellungen von Erzieherinnen in der Vorschulzeit spielen." Es zeigte sich: Jungen, die eine Erzieherin mit traditionellen Geschlechterrollen hatten, waren weniger motiviert, lesen zu lernen. Dagegen waren die Jungen bei Erzieherinnen mit egalitären Geschlechtsrolleneinstellungen genauso motiviert, lesen zu lernen wie die Mädchen.

Für die Mädchen spielte es keine Rolle, welche Einstellungen ihre Erzieherin hatte, und sie waren insgesamt motivierter zu lesen als Jungen. Was die Lesefähigkeiten anbelangt, schnitten die Jungen im Test zum Ende der ersten Klasse insgesamt schlechter ab als die Mädchen. Vor allem die Jungen, deren Erzieherinnen traditionelle Geschlechtsrolleneinstellungen hatten, konnten nicht so gut lesen.

"Die Einstellungen der Erzieherinnen haben also auch noch ein Jahr später Wirkung auf die Lesefähigkeiten eines Schülers, und zwar dadurch, dass sie die Lesemotivation der Jungen zur Kindergartenzeit beeinflusst haben“, sagt Ilka Wolter.

„Jungen können unterstützt werden, Lesen zu lernen. Erzieherinnen sollten in ihrer Ausbildung unbedingt dafür sensibilisiert werden, dass sie zu einer geschlechtergerechten Lernumgebung beitragen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass sie – insbesondere für die Jungen in ihren Gruppen – einen motivationalen Grundstein für das Lesen legen können.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Psychologie

www.dgps.de


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20.05.2016

Dokumentation der Fachtagung: Gewalt im Namen der Ehre

Ende November 2015 fand in Graz die Fachtagung "Gewalt im Namen der Ehre - Wenn Tradition Gewalt bedingt" statt, an der 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen Polizei, Jugendamt, Justiz, Universität und vor allem viele NGO-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Jugend-, MigrantInnen- Frauen- und Gewaltschutzarbeit teilnahmen. Nun liegt eine Dokumentation der Veranstaltung vor.

In zahlreichen Vorträgen konnte ein differenzierter Einblick in diese spezielle Gewaltthematik gegeben und im Austausch zur Reflexion der eigenen Haltung angeregt werden.

Der Umgang mit Gewalt bzw. die Rechtfertigung von Gewalt in Einwanderungsgesellschaften wurde mit einer "umgekehrten" Frage thematisiert: Warum sind westliche Gesellschaften so gewaltarm? Daraus wurden neue Denkmodelle geschaffen, die es ermöglichen, "Gegenwelten" für zugewanderte Menschen zu eröffnen. Anhand eines konkreten Fallbeispiels aus der Praxis wurde die konkrete Zusammenarbeit in der Steiermark dargestellt und Präventionsprojekte aus Berlin, Wien und Graz präsentiert. In der Dokumentation liegen nun Videos und Podcasts der Veranstaltung vor.

Weitere Infos:

www.gewaltfrei-stmk.at


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19.05.2016

Schriftenreihe der bpb zu Geschlechterverhältnissen

In der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ist ein neuer Band erschienen: "Geschlechterverhältnisse in der Politik". Die Autorin Clarissa Rudolph wirft darin einen genderorientierten Blick auf Grundfragen der Politikwissenschaft.

Die Bewertung dessen, ob im Zuge der Gleichberechtigung schon viel erreicht wurde oder noch viel zu tun ist, hängt auch vom Blickwinkel ab. Denn obwohl einige rechtliche, soziale oder ökonomische Hürden bereits genommen wurden, sind Frauen immer noch und in vielen Bereichen benachteiligt.

Die Autorin nimmt bei ihrer Betrachtung die Politik in den Fokus: Welche Rolle spielen Staat, Demokratie, Menschenrechte und ökonomische Strukturen auf dem Weg zur Geschlechtergerechtigkeit? Wie steht es um die (politische) Gleichberechtigung der Geschlechter? Was können, was müssen Akteure in Staat, Gesellschaft, Politik (noch) leisten, damit Teilhabe und Chancengleichheit verbessert werden? Wie sind Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen aktuell zu bewerten?

Der neue Band kann ab sofort bestellt werden.

www.bpb.de