Willkommen bei Neue Wege für Jungs
Bundesweites Netzwerk von Initiativen zur Berufswahl und Lebensplanung von Jungen
31.07.2007 › Expertise Neue Wege für Jungs?! Ein geschlechtsbezogener Blick auf die Situation von Jungen im Übergang Schule-Beruf steht im Download bereit
Jungen haben größere Schwierigkeiten in der Schule als Mädchen, sie werden später eingeschult, bleiben häufiger sitzen und sind mit einem höheren Anteil in Schulen für erziehungsschwierige Schüler zu finden. Die Ursachen für diese Differenz sind in der Fachwelt umstritten und kaum erforscht. Eine aktuelle Expertise, gefördert vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wirft nun einen gezielten Blick auf die Situation männlicher Jugendlicher im Übergang Schule und Beruf.
Ausgewertet wurde dafür Datenmaterial aus verschiedenen Forschungsprojekten des Deutschen Jugend Institutes (DJI), der Pisa-Studie sowie der Zeitbudgetstudie des Statistischen Bundesamtes. Das Ergebnis zeigt, dass Jungen trotz des gesellschaftlichen Wandels ihre Zukunftsplanung immer noch an traditionellen Männlichkeitsentwürfen des Alleinernährers ausrichten.
Laut DJI-Jugendsurvey stimmen 61 Prozent der männlichen Befragten im Alter von 16-23 Jahre der Äußerung zu, dass der Beruf das Wichtigste in ihrem zukünftigen Leben sein würde. Bildungsstatistiken, die die realen Zukunftschancen und Berufsperspektiven der jungen Menschen widerspiegeln, weisen jedoch in eine andere in eine andere Richtung: Laut der Shell Jugendstudie 2006 mussten 20 Prozent der männlichen Schüler (Schülerinnen: 14 Prozent) eine Klasse wiederholen. Nur 47 Prozent der Jungen strebten als Schulabschluss das Abitur an (Schülerinnen: 55 Prozent).
Prof. Dr. Hurrelmann, Autor der aktuellen Shell-Jugendstudie, befürchtet künftig eher einen „Krieg der Geschlechter” als einen „Krieg der Generationen”. Viele Jungs stiegen beim Wettlauf um Abi und Beziehung einfach aus. Sie igelten sich laut Studie möglichst lange im „Hotel Mama” ein und klammerten sich an ein traditionelles Männerbild, das von der Realität längst überholt wurde.
Die vom Europäischen Sozialfonds unterstützte Expertise gibt unter Rückgriff auf die aktuelle Datenlage und Erkenntnisse der Jungen-, Männer- und Geschlechterforschung differenzierte pädagogische Empfehlungen für Fachkräfte zur gezielten schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit mit Jungen.
Wichtige Empfehlung: Die Berufsorientierung in Schulen, Berufsschulen, Berufsinformationszentren und Jugendsozialarbeit sollte geschlechtsbezogen konzipiert und durchgeführt werden, um den unterschiedlichen Ausgangspositionen und Zukunftsperspektiven junger Frauen und junger Männer zu entsprechen.
Die Expertise Neue Wege für Jungs!? Ein geschlechtsbezogener Blick auf die Situation von Jungen im Übergang Schule-Beruf steht Ihnen hier jetzt zum Download zur Verfügung. Einzelexemplare sind leider derzeit vergriffen.
Expertise_Neue Wege fuer Jungs.pdf [1,91 MB | pdf]










