Willkommen bei Neue Wege für Jungs

Bundesweites Netzwerk von Initiativen zur Berufswahl und Lebensplanung von Jungen

Aktuelles

03.08.2010 › Bildungsprojekt"Jungenarbeit und Schule" - jetzt online

Die Homepage des Bildungsprojektes "Jungenarbeit und Schule" ist jetzt online. Unter www.jungenarbeit-und-schule.de finden Interessierte Informationen zum Fortbildungsangebot des Projektes und zum Konzept der Jungenarbeit. Zusätzlich werden Informationen zu den Themen "Jungen und Bildung", "Jungen und Männlichkeit", "Jungen und Beruf" sowie "Jungen und Rechtsextremismus" angeboten.

Im Serviceteil stehen Literatur- und Veranstaltungstipps, Links zu weiteren Projekten zum Thema und ein Glossar zur Verfügung. Die Fortbildungsreihe des Projekts "Jungenarbeit und Schule" vermittelt Lehrer_innen und Pädagog_innen praxistaugliche Konzepte für eine geschlechterreflektierte Arbeit an der Schule. Sie wird vom Bundesprogramm "Xenos - Integration und Vielfalt" gefördert und ist daher für die Teilnehmenden kostenfrei.

Vermittelt werden praktische wie theoretische Grundlagen in Sachen geschlechterreflektierte Jungenarbeit. Lehrerinnen, Lehrer und sozialpädagogisch Tätige werden durch die Fortbildung dazu befähigt, den Druck zu erkennen, dem Jungen durch Männlichkeitsanforderungen ausgesetzt sind, Jungen in ihrer Unterschiedlichkeit wahrzunehmen, problematische Verhaltensweisen von Jungen zu verstehen und sinnvolle geschlechterreflektierte Angebote für Jungen zu entwickeln. Das Projektteam diskutiert mit den Teilnehmenden Ergebnisse der Geschlechterforschung ebenso wie Ziele und Arbeitsweisen der praktischen Jungenarbeit. Darüber hinaus werden Praxisprojekte entwickelt, erprobt und gemeinsam bearbeitet.

Der Hintergrund für die Fortbildungsreihe:

Spätestens seit PISA gelten Jungen als Bildungsverlierer, die zudem oft durch gewaltvolles und störendes Verhalten im Schulalltag auffallen. Auch wenn diese aktuellen Debatten verkürzt seien, lenken sie doch den Blick auf die geschlechtsspezifischen Gründe für das Verhalten von Jungen, beispielsweise die Orientierung an unerreichbaren Männlichkeitsbildern, so eine These des Projektes.

"Jungen machen nicht nur Probleme, sie haben auch eine Menge Probleme, beispielsweise mit schulischen Leistungsanforderungen oder als Opfer von Gewalt. Viele dieser Schwierigkeiten haben ihren Kern in einer Orientierung an idealisierten Männlichkeitsbildern", so Bernard Könnecke vom Projekt "Jungenarbeit und Schule", der als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei dem Berliner Institut Dissens e.V. beschäftigt ist.

Jungen stünden unter einem erheblichen Druck, sich wie ein "richtiger" Junge verhalten zu müssen, also cool, unabhängig und souverän zu sein. Fleißig und sorgfältig zu sein, Schwächen zu zeigen und sich Hilfe zu holen sei schwer mit traditionellen Männlichkeitsbildern vereinbar. Dies werde Jungen spätestens in der Schule zum Nachteil, so Könnecke weiter. Nicht zuletzt gehe traditionelle Männlichkeit mit der Anforderung an Jungen einher, anderen Jungen und Mädchen gegenüber überlegen sein zu müssen, was sich auch in Abwertung und gewalttätigen und diskriminierenden Verhaltensweisen niederschlage - gegenüber Mädchen, Jungen und Angehörigen gesellschaftlich diskriminierter Minderheiten.

Geschlechterreflektierte Jungenarbeit in der Schule unterstützt Jungen und männliche Jugendliche darin, traditionellen Männlichkeitsvorstellungen nicht länger entsprechen zu müssen, sondern eigene Wege zu suchen, wie sie als Junge oder Mann leben wollen. Wenn eine geschlechterreflektierte Jungenarbeit Jungen und männlichen Jugendlichen die Möglichkeit bieten könne, sich nicht an normativen Männlichkeiten zu orientieren, dann wirke sie im besten Sinne präventiv in Bezug auf rechtsextreme Einstellungen und Handlungsmuster - so eine weitere These des Projekts.
Die achttägige Fortbildungsreihe wird bis 2012 in acht Bundesländern von Mitarbeiter_innen von Dissens e.V. (www.dissens.de) durchgeführt, einem Beratungs-, Bildungs- und Forschungsinstitut mit den Arbeitsschwerpunkten Geschlechterverhältnisse, Männlichkeit und Jungen. Die Fortbildungen finden in Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein in Kooperation mit den für die schulische Weiterbildung zuständigen städtischen oder Landeseinrichtungen statt.

Weitere Kooperationspartner von "Jungenarbeit und Schule" sind die Amadeu Antonio Stiftung, das Projekt "Neue Wege für Jungs" sowie die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin. Die Förderung des Projekts erfolgt im Rahmen des Bundesprogrammes "XENOS - Integration und Vielfalt" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds.

Ansprechpartner:
Dissens e.V., Projekt "Jungenarbeit und Schule"
Bernard Könnecke, Klaus Schwerma
Tel.: 030-54987540
E-Mail: info@jungenarbeit-und-schule.de

Pressekontakt:
Projekt "Jungenarbeit und Schule"
Claudia Nikschtat, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0160-94987404
E-Mail: presse@jungenarbeit-und-schule.de

Weitere News

19.05.2006 › Perspektiven einer innovativen Väterpolitik

In 25 Facetten versucht die Studie, der Komplexität moderner Vaterforschung und Praxis gerecht zu werden. Neben einer historischen Analyse von Vaterschaft werden neuere Konzepte von Vaterschaft vorgestellt.
Die Studie war im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt worden, auf der Website www.bmfsfj.de kann die Studie heruntergeladen werden.


17.05.2006 › Neue Partner im bundesweiten Netzwerk NEUE WEGE FÜR JUNGS

Der Verein LEMann Jungen- und Männernetzwerk in Leipzig, die Gemeinde Markt Ammerndorf und die Dokumentationsstelle Jungenarbeit in Hamburg wurden im April 2006 neue Netzwerkpartner im Projekt NEUE WEGE FÜR JUNGS.

LEMann e.V.führt Projekte und Veranstaltungen für Jungen und Männer durch, fördert den fachlichen Austausch geschlechtsspezifischer Arbeit und stellt Information der Öffentlichkeit zu geschlechtsspezifischen Themen zur Verfügung.
Der Bürgermeister der Gemeinde Markt Ammerndorf hat in diesem Jahr alle Jungs aus der Gemeinde im Alter von 13 bis 16 Jahren schriftlich zum 27. April 2006 eingeladen und aufgerufen einen Tag in einen sozialen Beruf zu schnuppern.
Die Dokumentationsstelle Jungenarbeit in Hamburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die Aktivitäten rund um geschlechtsbewußte und geschlechtssensible Jugendarbeit mit dem Hauptaugenmerk auf Jungen in Hamburg zu informieren.


15.05.2006 › gender kicks. Texte zu Fußball und Geschlecht

Der Titel des Buches zielt in mehrere Richtungen: gender kicks sind Schüsse, Anstöße, Interventionen in die Politik und Kultur des Fußballs, die verdeutlichen, dass das Geschlecht auf und neben dem Platz immer mitspielt. Die Erkenntnis gender kicks! besagt damit auch, dass Frauen Teil des Fußballs sind, dass sie nicht nur buchstäblich mitkicken, sondern in verschiedenen Positionen und Rollen in das Fußballgeschehen involviert sind, und zwar schon heute und nicht erst in Zukunft.

Die in diesem Buch versammelten Texte und Interviews loten in unterschiedlicher Weise die Geschlechterverhältnisse im Fußball aus, sie beschreiben und reflektieren die Kultur der Männlichkeit, die den Fußball dominiert, ebenso wie die Alternativen und Gegenbewegungen, die diese Dominanz an vielen Punkten unterwandern und brechen. Hier berichten weibliche Fans von ihrer Liebe zum Spiel und der Begegnung mit dem Sexismus der Fußballwelt, eine Journalistin schildert ihre Erfahrungen im Fußballland Italien, WissenschaftlerInnen schreiben über die homosexuelle Sportwelt, über Gender und Fußball in Japan oder die Situation von Frauen in der Hooligan-Szene. Die Frage nach den Geschlechterverhältnissen ist dabei nicht eine unter vielen, sondern vielmehr die Folie, vor der verschiedene Bereiche des Fußballs betrachtet werden.

Weitere Informatioenen unter http://aktive-fans.de


12.05.2006 › Erster Deutscher Familientag am 15. Mai

"Jetzt ist Familie drin” - so lautet das Motto des Ersten Deutschen Familientages, zu dem Bundesministerin Ursula von der Leyen und die Initiative ” Lokale Bündnisse für Familie” am 15. Mai, dem Internationalen Tag der Familie, nach Berlin einladen. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler, der seinen Besuch zugesagt hat. Am 15. Mai, dem Internationalen Tag der Familie, erwartet die Besucherinnen und Besucher auf der Berliner Museumsinsel ein attraktives Programm aus Information, Diskussion und Unterhaltung. Eine Familienmeile mit Informationsständen, Bühnenprogramm, Mitmachaktionen und Praxistipps rund um das Thema Familie richtet sich sowohl an Fachleute, aber auch an Familien und andere Interessierte. Lokale Bündnisse für Familie aus ganz Deutschland stellen ihre Arbeit vor.
Besonderer Höhepunkt des Unterhaltungsprogramms auf dem Familientag ist ein Rekordversuch: Gemeinsam kommen die Gäste des Familientages im Berliner Lustgarten zusammen, um sich in einen riesigen Rahmen für das größte Familienbild der Welt fotografieren zu lassen.

Weitere Informationen unter:

www.ersterdeutscherfamilientag.de

www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de


11.05.2006 › NEUE WEGE FÜR JUNGS im Berufsbildungsbericht 2006

Der Berufsbildungsbericht 2006 behandelt die Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt 2005. Die Bilanz des vergangenen Jahres zeigt, dass der „Nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland” wirkt, aber neue Dynamik braucht. 2005 wurden weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr. In vielen wird das Berufswahlverhalten von Jungen – ebenso wie das der Mädchen – von tradierten Geschlechterrollenvorstellung beeinflusst.


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