Netzwerkkarte

Landkreis Göttingen

Das Kinder- und Jungenbüro fördert und koordiniert die Jungenarbeit in der Region Göttingen. Wichtigste Aufgabe ist die Implementierung eines geschlechtsbewussten Umgangs (auch) mit Jungen in den einzelnen Gemeinden des Landkreis Göttingen. Dazu werden Seminare, Workshops, Fortbildungen, Themenabende und ähnlichen Veranstaltungen zum Schwerpunkt „Jungen” für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vor Ort angeboten.
Durch die Kooperation mit dem Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) der Berufsschulen in Duderstadt und Hannoversch Münden konnten viele praktische Erfahrungen gesammelt werden. Seit fast zehn Jahren werden dort erlebnispädagogische Einführungswochen und Berufsorientierungsseminare für reine Jungenklassen organisiert.
Seit 2007 werden Eltern-Medien-Trainings mit dem Schwerpunkt „Jungen” angeboten. Das Kinder- und Jungenbüro ist in der Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit Niedersachsen (LAG JuNi) organisiert.

Kontakt
Landkreis Göttingen
Gerhard Grigo
Reinhäuser Landstraße 4
37083 Göttingen
fon: 0551 525 0
fax: 0551 525 588
email: grigo.gerhard@landkreisgoettingen.de
url: www.landkreisgoettingen.de
Interview

Sie engagieren sich für eine gendersensible Jungenarbeit und machen Angebote speziell für Jungen. Wie kamen Sie dazu?

  • Durch meine Arbeit bei der „Aufsuchenden Jugendarbeit“, deren ursprüngliche Zielgruppe „rechtsorientierte und gewaltbereite Jugendliche“ waren. Wir arbeiteten mit Gruppen und Cliquen und diese waren stets stark männlich dominiert.

Welche konkreten Angebote bieten Sie für Jungen an und welche Jungen erreichen Sie damit?

  • Zur Zeit arbeite ich im ProAktivCenter (das Bundesprogramm der „Kompetenzagenturen“ ist dem angelehnt) und arbeite mit Jugendlichen mit multiplen Einstiegshemmnissen beim Übergang Schule – Beruf. Das heißt, ich biete Beratung an, wobei ich die Jugendliche eher selten einlade, sondern zu ihnen gehe. Da ich eine Kollegin vor Ort habe, sind vor allem Jungen und junge männliche Erwachsene meine Kunden. In enger Kooperation mit Schulen und Trägern entwickeln wir spezielle Angebote für Schüler ab 14 Jahre, z.B. Computerkurse, Musik- und Theaterprojekte.Ich erreiche vor allem benachteiligte männliche Jugendliche zwischen 14 – 25 Jahren, davon viele mit Migrationshintergrund, Sucht- und Psychoproblematik.

Wie wurden Sie auf NEUE WEGE FÜR JUNGS aufmerksam?

  • Durch einen Rundbrief per Mail.

Was sind die Vorteile der Netzwerkpartnerschaft, warum haben Sie sich dazu entschieden?

  • Die Vorteile liegen im Austausch, der Kooperation, der Möglichkeit zur Öffentlichkeitsarbeit, der Ideenentwicklung. Dies ist für mich, der viel im ländlichen bzw. kleinstädtischen Milieu arbeitet, sehr wichtig. Der Aufbau eines Jungenarbeitsnetzwerkes war vor einigen Jahren eine Zielvereinbarung mit meinem Arbeitgeber.

Bieten Sie auch Jungenaktionen am Boys’Day – Jungen-Zukunftstag an oder planen diese?

  • Es eine Jungengruppe, die einen Tag lang durch die soziale Einrichtungen geführt wurde.

Wie unterstützen Sie Jungen, „neue Wege“ zu gehen, und wie sehen diese neuen Wege aus?

  • Durch meine Beratung arbeite ich mit den Jungen an ihren Blockaden und helfe ihnen, diese zu umgehen. Ich kann auch finanzielle Unterstützung bieten, z.B. die Kostenübernahme für eine schulische Qualifikation. Auf diesem Weg biete ich „Begleitung“ an. Bei der Zukunftstagsplanung ist ein Gedanke, den Jungen auch beruflich für sie ungewohnte Perspektiven ein zu nehmen. Leider wird im sozialen Bereich (z.B. TVöD) unglaublich schlecht bezahlt, was viele Jungen nachhaltig abschreckt.

Vielen Dank für Ihre Mühe!

 
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