Netzwerkkarte
Jungen haben in der Bremer Neustadt parallel zum Girls’ Day die Möglichkeit, sich über außergewöhnliche Berufe zu informieren.
Die Jungen der 9. Jahrgangsstufe werden in einem 1-tägigen Praktikum die Möglichkeit bekommen, Einblicke in Sozial-, Pflege- und Erziehungsberufe aber auch weitere Arbeitsfelder (Verwaltung, Handel und Gesundheit) zu nehmen. Das Ziel ist es, das Berufswahlspektrum von Jungen zu erweitern, neue Felder zu erschließen und die Jungen bei ihrer weiteren Lebensplanung zu unterstützen.
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Interview
Sie engagieren sich für eine gendersensible Jungenarbeit und machen Angebote speziell für Jungen. Wie kamen Sie dazu?
Unsere Gruppe ist die Jungen- und Männergruppe des Deutschen Roten Kreuz, Wir betreuen Jungen und junge Männer in einer stationären Gruppe, in trägereigenen Appartements und in eigenen Wohnungen. Daher ist gendersensible Arbeit unsere Arbeit und ein wichtiges Einstellungskriterium für neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Jugendhilfe „Kleine Marsch”.
Welche konkreten Angebote bieten Sie für Jungen an und welche Jungen erreichen Sie damit?
Die Angebote richten sich nach den Bedürfnissen, Fragen, Ideen und Interessen der Jungen. In den Gesprächen mit ihnen erzählen sie uns, was sie bewegt oder beschäftigt. Daraus entwickeln wir dann Angebote. Dies sind zum Beispiel Kochangebote, Auklärungsangebot, Kinobesuche mit Filmen für Jungs und Filme, die sie sich sonst nicht ansehen würden, Entspannungsübungen und vor allem das Gespräch. Konkrete und feststehende Angebote gibt es dabei nicht, da sich diese nach den Bedürfnissen etc. richten und daher variieren.
Wie wurden Sie auf NEUE WEGE FÜR JUNGS aufmerksam?
Wir haben in der Zeitschrift switchboard den Artikel gelesen.
Was sind die Vorteile der Netzwerkpartnerschaft, warum haben Sie sich dazu entschieden?
Der Vorteil ist, die Ideen der anderen zu lesen. Dadurch entstehen neue eigene Ideen, die vorher eine längere Entwicklungszeit gebraucht hätten, wenn sie überhaupt in der Art entstanden wären. Der Vorteil liegt auch im Internet, da so eine bundesweite Vernetzung ohne großen Zeitaufwand für Vernetzungstreffen notwendig ist. Da unser Schwerpunkt die Betreuung der Jungen ist, haben wir für diese Treffen leider keine Zeit zur Verfügung. Dies ist aber Dank ihrer Arbeit nicht mehr unbedingt notwendig.
Bieten Sie auch Jungenaktionen am Boys’Day – Jungen-Zukunftstag an oder planen diese?
In den letzten beiden Jahren haben wir jeweils im Bremer Stadtteil Neustadt einen Praktikumstag organisiert. Dieses Jahr bieten wir zusätzlich einen Haushaltsführerschein für die sechste Jahrgangsstufe und ein Bewegungs- und Ernährungsprogramm für die fünfte Jahrgangsstufe in Kooperation mit einer Schule an. Dadurch ist es uns in den letzten Jahren gelungen, mit den Schulen zu arbeiten und vor allem etwas für die Jungen im Stadtteil anzubieten.
Wie unterstützen Sie Jungen, „neue Wege” zu gehen, und wie sehen diese neuen Wege aus?
Im Rahmen unserer Arbeit in der Jungen- und Männergruppe ist dies täglicher Bestandteil. Da dies eine Verselbständigungsgruppe ist, sind Themen wie Arbeit, Lebensplanung, Freizeitgestaltung, eigene Versorgung immer wiederkehrende Gesprächsthemen. Alle Themen besprechen wir mit den Jungen in einem großen Rahmen. Dies bedeutet, dass wir versuchen mit ihnen möglichst viele verschiedene Lösungen für ihre Fragen zu entwickeln. Zudem hoffen wir, dass sie an uns erkennen, dass es andere Modelle von Männlichkeit gibt, wie sie diese bisher erwartet haben. Zum anderen organisieren wir, wie bereits beschrieben, die Bremer-Jungs im Rahmen des Girls’ Day für die Jungen aus dem Stadtteil.
Vielen Dank für Ihre Mühe!