Netzwerkkarte

Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.

Der Landesverband Soziokultur Sachsen e.V. (LV) vertritt die Interessen der soziokulturellen Zentren landesweit und bietet Beratung zu allen förder- und organisationsspezifischen Fragen an. Er fördert die Vernetzung der Einrichtungen, führt Weiterbildungsveranstaltungen durch und trägt zur öffentlichen Wahrnehmung der Kultursparte Soziokultur bei. Innerhalb des Netzwerkes dient der LV als Informationsdienstleister und als Entwickler von Modellprojekten zur geschlechtsbezogenen Arbeit. Die fachlichen Erfahrungen seiner derzeit 50 Mitgliedseinrichtungen zum Thema bereitet der Verband auf und stellt diese dem Netzwerk zur Verfügung.

Kontakt
Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.
Gaede Andrea
Stauffenbergallee 5 b
01099 Dresden
fon: 0351 8 02 17 64
fax: 0351 8 04 59 53
email: gaede@soziokultur-sachsen.de
url: www.soziokultur-sachsen.de
Interview

Sie engagieren sich für eine gendersensible Jungenarbeit und machen Angebote speziell für Jungen. Wie kamen Sie dazu?

  • Der praktische Einstieg erfolgte durch den Wettbewerbsaufruf Fortschritte wagen! von Neue Wege für Jungs im Jahre 2005. Durch unseren Gewinn des Wettbewerbs wurde es möglich, unser Konzept für ein geschlechtsspezifisches Projekt (Jungencamp Attention – authenticity please!) umzusetzen bzw. stieg die Motivation für die Verwirklichung und gilt für uns bis heute als Startpunkt unseres erhöhten Engagement in der Jungenpädagogik. Die Thematik selbst beschäftigte uns schon einige Jahre lang, da sich Aussagen zur Problematik „Jungenpädagogik“ gerade im ländlichen Raum von Sachsen häuften und es keine effektive Vernetzung von interessierten Pädagoginnen und Pädagogen gab. Dieser Umstand hat sich verbessert, seit die LAG Jungen- und Männerarbeit gegründet wurde und es ein sächsisches Modellprojekt zur Jungenarbeit unter der Trägerschaft der AGJF Sachsen gibt.

Welche konkreten Angebote bieten Sie für Jungen an und welche Jungen erreichen Sie damit?

  • Wir bieten vor allem Weiterbildungsangebote für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendhilfe und in den Soziokulturellen Einrichtungen in Sachsen an. Wir arbeiten nur selten direkt mit jungen Menschen, sondern versuchen eine Sensibilisierung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber der Thematik in den Einrichtungen zu erzeugen. Hierfür gibt es spezielle Angebote für einen bewussten pädagogischen Umgang mit Jungen. Darüber hinaus sind alle anderen Themenangebote im Bereich der Jugendarbeit mit Elementen für einen geschlechtsspezifischen Ansatz ergänzt worden. Ebenso sind unsere Seminare, die wir als Träger des FSJ-Kultur umsetzen, methodisch zum Thema „Gender“ ausgerichtet worden. Durch unser Pilotprojekt „Jungencamp“ und die Einbettung der Ergebnisse in unser Weiterbildungsangebot konnten wir einige Einrichtungen bewegen, ähnliche Angebote für Jungen umzusetzen. Wir bieten für die Praktikerinnen und Praktiker vor Ort Beratungen für die Finanzierung solcher Vorhaben an und versuchen gewinnbringende Lobbyarbeit für die Jungenarbeit im Freistaat Sachen (z. B. im Landesjugendhilfeausschuss) zu tätigen. Die Dokumentation zum Camp mit reichlich Zusatzmaterial kann bei uns als DVD über peter@soziokultur-sachsen.de bestellt werden.

Wie wurden Sie auf NEUE WEGE FÜR JUNGS aufmerksam?

  • Wir wurden durch den Wettbewerbsaufruf Fortschritte Wagen! im Jahre 2005 und der Bekanntgabe in verschiedenen digitalen Informationsblättern auf Neue Wege für Jungs aufmerksam.

Was sind die Vorteile der Netzwerkpartnerschaft, warum haben Sie sich dazu entschieden?

  • Die Vernetzung der Praktikerinnen und Praktiker in Deutschland erzeugt einen guten Austausch über die gelingende Arbeit vor Ort. Man muss das Rad nicht immer neu erfinden und wir haben viele neue Impulse durch die Vernetzung erhalten. Dies gilt gleichermaßen auch für die notwendige theoretische Auseinandersetzung. Darüber hinaus profitieren wir als Landesverband von der Öffentlichkeitsarbeit des Netzwerkes. Natürlich sind wir auch daran interessiert, dass unser pädagogischer Ansatz, der ohne Defizitorientierung mit Mitteln der Künste und einem Maß an Entpädagogisierung agiert, Nachahmer findet.

Bieten Sie auch Jungenaktionen am Boys’Day – Jungen-Zukunftstag an oder planen diese?

  • Nein, wir bieten keine Jungenaktionen an.

Wie unterstützen Sie Jungen, „neue Wege“ zu gehen, und wie sehen diese neuen Wege aus?

  • Siehe Antwort bei Frage zwei! Wir wollen Jungen dabei unterstützen ihren sehr individuellen Weg gehen zu können. Dabei setzen wir auf ein hohes Maß an Vertrauen gegenüber den jungen Menschen mit ihren ganz speziellen Wünschen und Stärken. Wir wollen gerade auch junge Männer, die bereits einen authentischen Weg gefunden haben, motivieren ihre Vision von neuer Männlichkeit weiter zu verfolgen. Denn wir glauben, dass gerade diese Jungen schon jetzt in ihrer Gleichaltrigengruppe und in Zukunft die neuen gesellschaftlichen Vorbilder sein können.

Vielen Dank für Ihre Mühe!

 
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