Netzwerkkarte

Fachstelle Jungen- und Männerarbeit Dresden Männernetzwerk Dresden e.V.

Die Fachstelle Jungen- und Männerarbeit Dresden fokussiert ihren Blick auf spezifische Erlebniswelten von Jungen und Männern und richtet sich an Institutionen, Organisationen und Unternehmen auf der Suche nach gemeinsamen Lösungen für Jungen und Männer in unterschiedlichen Problemlagen.
Außerdem haben Jungen einmal im Jahr die Möglichkeit am Boys’ Day - Jungen-Zukunftstag teil zu nehmen und sich mit den Themen Berufswahl und Lebensgestaltung auseinander zu setzen.

Kontakt
Fachstelle Jungen- und Männerarbeit Dresden
Männernetzwerk Dresden e.V.
Uwe Liskowsky
Schwepnitzer Straße 10
01097 Dresden
fon: 0351 796 63 50
fax: 0351 796 63 49
email: fachstelle@maennernetzwerk-dresden.de
url: www.maennernetzwerk-dresden.de
Interview

Sie engagieren sich für eine gendersensible Jungenarbeit und machen Angebote speziell für Jungen. Wie kamen Sie dazu?

  • Nach Gründung unseres Trägervereins Männernetzwerk haben wir wesentlich am Dresdner Gleichstellungsbericht für Männer mitgewirkt. Bei den dafür erforderlichen Erhebungen fanden wir unsere Annahme bestätigt, dass für Jungen, Männer und Väter ein dringender Bedarf an gendersensiblen Angeboten besteht. Ende 2005 konnten wir darauf die Fachstelle Jungen- und Männerarbeit Dresden eröffnen, um die Dresdner Jungen mit ihren ganz eigenen Themen, Bedürfnissen und Ressourcen auf ihrem Weg zum Mann Werden zu begleiten.

Welche konkreten Angebote bieten Sie für Jungen an und welche Jungen erreichen Sie damit?

  • Die Fachstelle Jungen- und Männerarbeit Dresden nimmt mit ihren Angeboten für Jungen ihre zentralen Themen in den Blick, wie Männliche Identität, Liebe und Sexualität, Grenzen-Regeln-Selbstbehauptung, Aggression und Gewalt, Berufswahl und Lebensplanung, Jungen und ihre Väter, Abenteuerlust und Herausforderung. Die Sensibilisierung für männliche Identität, für Gemeinsamkeiten und Besonderheiten in beiden Geschlechtern zieht sich als roter Faden durch alle unsere Angebote für Jungen. Thematische Angebote zu Grenzen, Regeln und Selbstbehauptung werden zumeist im Kontext von Schule oder Hort angefragt, in Form mehrtägiger Intensiv-Workshops oder langfristiger Jungengruppen.
  • Hinzu kommen sexualpädagogische Workshops für Jungen der sechsten und siebten Schulklassen sowie Jungen-Gruppen als Ganztagsangebot von Grundschulen, die wir nach Möglichkeit in Kooperation mit Projekten der Mädchenarbeit durchführen.
  • Jedes Jahr veranstalten wir am Ende der Sommerferien die Dresdner Jungentage, bei denen ein wechselndes Abenteuer-Thema zur Entdeckung einlädt. Pädagogisch stehen dabei vor allem Probier- und Erfahrungsmöglichkeiten in vielseitigen sozialen und persönlichen Kompetenzfeldern im Mittelpunkt. In die Rahmengeschichte eingebunden sind Angebote wie Schmieden, Heilkunde, Bauen, Malen, Bogenschießen, Kampfspiele, Tanz, Lagerküche, Film-Dokumentation, Wohlfühlzelt etc.. Dies ist nur durch die Unterstützung zahlreicher Männer und Väter möglich, bei denen die Jungen von sieben bis zwölf Jahren im gemeinsamen Tun zugleich vielseitige Identifikationsmöglichkeiten für ihren Weg vom Junge Sein zum Mann Werden finden.
  • Zum Thema Berufsorientierung und Lebensplanung begleiten wir in unseren Workshops Jungen aus Schulklassen in ihren Prozessen der Berufsfindung und Lebensplanung. Wir sind der Meinung, dass ein erfolgreicher Lebensweg klar gefasste Ziele braucht, damit für die Jungen begreifbar wird, wofür die Anstrengung sich lohnt. Deshalb erkunden wir mit Schülern bereits im Vorfeld der Berufswahl, was sie selbst von ihrem Berufs- und Privatleben als erwachsene Männer erwarten und was sie tun müssen, um ihre Ziele zu erreichen.
  • Daneben bieten wir auch am Dresdner Girls’ Day und Boys’ Day mit einer parallel laufenden Rahmenveranstaltung ein vielseitiges Angebot für Jungen, Näheres dazu unter Punkt fünf.

Wie wurden Sie auf NEUE WEGE FÜR JUNGS aufmerksam?

  • In unserer Arbeit zur Berufsorientierung von Jungen am Girls’ Day/ Boys’ Day haben wir Neue Wege für Jungs mit wertvollen Anregungen und Unterstützungsmöglichkeiten kennen gelernt.

Was sind die Vorteile der Netzwerkpartnerschaft, warum haben Sie sich dazu entschieden?

  • Regional und national liegen große Unterschiede in Chancen und Zugangswegen für gelingende Berufs- und Lebenswege von Jungen vor, die mit den unterschiedlichsten Konzepten der gendersensiblen Arbeit für Jungen beantwortet werden müssen. So sehr die verschiedenen lokalen Bedingungen einer simplen Übertragung der meisten Konzepte entgegenstehen, so sehr können auch die gefundenen Lösungswege Anderer eine kreative Anregung für eigene Aufgaben bieten und den eigenen Erfahrungshorizont erweitern.
  • Der besondere Vorteil der Netzwerkpartnerschaft liegt für uns daher in der Bereitstellung und Nutzung solcher Konzepte sowie im qualifizierten Fachaustausch mit anderen AkteurInnen der Jungenarbeit. Nicht umsonst drückt der Name unseres Trägervereins „Männernetzwerk Dresden e.V.” ein Grundanliegen unserer Arbeit aus, da Vernetzung stets Vielfalt und neue Ideen ermöglicht.

Bieten Sie auch Jungenaktionen am Boys’Day – Jungen-Zukunftstag an oder planen diese?

  • Dank der engagierten Dresdner Gleichstellungsbeauftragten ist der Girls’ Day in Dresden zugleich auch ein Boys’ Day, an dem Jungen vielfältige Erkundungsmöglichkeiten nutzen: von KiTas über Einrichtungen der Jugend- und Altenhilfe bis hin zu Friseur- oder Blumengeschäften sind viele für Jungen untypische Berufsfelder vertreten.
  • Am selben Tag gestaltet die Fachstelle Jungen- und Männerarbeit in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten und einem Projekt der Mädchenarbeit jedes Jahr die Rahmenveranstaltung „Du kannst mehr!” mit einem Bühnenprogramm, einer Berufemesse und geschlechtshomogenen Workshops.
    • Beim Bühnenprogramm „Du kannst mehr entdecken!” schildern Männer und Frauen bei Interviews ihre persönlichen Innenansichten aus ungewöhnlichen Berufsfeldern.
    • Die Berufemesse „Du kannst mehr rauskriegen” bietet direkten Kontakt zur Ausbildungs- und Job-Vermittlung, zu Berufsschulen und –Instituten, sowie zu Einrichtungen der Bildungs- und Freiwilligendienste, die mit Auslandsjahren und anderen Angeboten sinnvolle Alternativen für erfolglos gebliebene BewerberInnen bieten.
    • In den Workshops „Du kannst mehr ausprobieren” setzen sich die Mädchen und Jungen mit ihren Rollenbildern, mit ihren Berufs- und Lebenswünschen oder mit ihren ganz persönlichen Talenten auseinander und gewinnen neue Perspektiven für ihren weiteren Weg.
  • So können durch die Rahmenveranstaltung „Du kannst mehr!” auch diejenigen, die am Girls’ Day und Boys’ Day keine Einrichtung erkunden, über den sprichwörtlichen Tellerrand blicken und Impulse für eine Berufswahl jenseits geschlechtstypischer Einengungen gewinnen.

Wie unterstützen Sie Jungen, „neue Wege” zu gehen, und wie sehen diese neuen Wege aus?

  • Die Fachstelle Jungen- und Männerarbeit Dresden steht mit ihren vielfältigen Angeboten dafür ein, dass Jungen mit ihren ganz eigenen Themen, Aufgaben und Ressourcen beachtet und auf ihrem Weg zum Mannwerden begleitet werden. Wir wollen mit der Fülle einzelner Methoden und Ziele hier nicht den Rahmen sprengen: Der Kern unserer Arbeit mit Jungen liegt darin, ihren Selbst- und Lebensentwürfen eine zentrale Bedeutung zuzumessen. Es geht nicht darum, neue Jungen zu schaffen, sondern ihnen Selbstbewusstheit und Handlungsvielfalt zu ermöglichen. Damit eröffnen wir Jungen ihre „neuen Wege” in eine selbstbewusste und eigenverantwortliche Gestaltung ihres Lebens in der Gesellschaft als Junge und als zukünftiger Mann und Vater.

Vielen Dank für Ihre Mühe!

 
zurück nach oben Druckansicht Artikel als Email versenden