Netzwerkkarte
LIFE e. V. ist seit 1988 in den Bereichen Bildung, Beratung und Vernetzung aktiv. Dabei setzt der gemeinnützige Verein sich für Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern und zwischen Menschen unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft in Bildung, Politik und Arbeitsmarkt ein.
Die Bildungsangebote von LIFE e. V. sollen die Chancengleichheit und nachhaltige Entwicklung fördern. Sie richten sich an eine Vielzahl von Zielgruppen, darunter Schülerinnen und Schüler, pädagogische Fachkräfte, Akademikerinnen aus technischen Studiengängen und Mitarbeiter/innen aus Unternehmen.
LIFE e.V. ist zertifiziert nach LQW® (Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung).
Kontakt
Interview
Sie engagieren sich für eine gendersensible Jungenarbeit und machen Angebote speziell für Jungen. Wie kamen Sie dazu?
Als Organisation, die sich für gendergerechte Bildung einsetzt, arbeiten wir bereits seit vielen Jahren auch an der Frage, wie eine jungenspezifische berufliche Orientierung und eine Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und –stereotypen für Jungen erfolgreich realisiert werden kann. Unser Tätigkeitsspektrum umfasst neben der praktischen Arbeit mit Jungen auch die Fortbildung von Multiplikator/inn/en und die Beratung und Begleitung von Prozessen.
Als Berliner Landeskoordinierungsstelle für den Girls'Day ist LIFE e. V. vom Berliner Senat zusätzlich damit beauftragt, die Entwicklung eines Konzeptes für Jungen auf Landesebene zu koordinieren und zu begleiten und dazu die unterschiedlichen Akteur/innen zusammenzubringen.
Welche konkreten Angebote bieten Sie für Jungen an und welche Jungen erreichen Sie damit?
Im Rahmen berufsorientierender Angebote für Berliner Schulen arbeiten wir in geschlechtsgetrennten Gruppen mit einem genderspezifischen Programm überwiegend in den Klassenstufen 9 und 10. Je nach Schultyp und Bezirk nehmen auch Jungen mit Migrationshintergrund an den Aktivitäten teil.
Im Rahmen unseres Koordinierungsauftrags für den Senat Berlin haben wir ein Gremium von Expert/innen ins Leben gerufen, das sich aus Vertreter/innen des Senats, der Berliner Bezirke, der Arbeitsagentur, der Hochschule und Schule, des Landeselternausschusses und von freien Trägern zusammensetzt. Dieses Experten-Gremium hat für Angebote für Jungen rund um den Girls'Day Handlungsempfehlungen entwickelt und wird in einem nächsten Schritt die Verbreitung von Angeboten für Jungen in Berlin unterstützen und ihre Umsetzung begleiten.
Wie wurden Sie auf NEUE WEGE FÜR JUNGS aufmerksam?
Durch das LIFE e. V. Netzwerk und die Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.
Was sind die Vorteile der Netzwerkpartnerschaft, warum haben Sie sich dazu entschieden?
Im bundesweiten Netzwerk „Neue Wege für Jungs“ möchten wir Erfahrungen austauschen und sehen uns als Informationsknotenpunkt zwischen der Bundesebene und den Akteurinnen und Akteuren im Land Berlin.
Bieten Sie auch Jungenaktionen am Boys’Day – Jungen-Zukunftstag an oder planen diese?
LIFE e. V. berät als Koordinierungsstelle Schulen und Institutionen und leitet Informationen zu Angeboten für Jungen rund um den Girls'Day weiter. Im Rahmen unserer berufsorientierenden Arbeit bieten wir auch am Girls'Day Aktivitäten für Jungen an.
Wie unterstützen Sie Jungen, „neue Wege“ zu gehen, und wie sehen diese neuen Wege aus?
Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Jungen in Berlin Angebote wahrnehmen können, die ihnen Erfahrungen vermitteln und sich möglichst frei von Stereotypen mit ihrer Lebens- und Berufsplanung auseinander zu setzen. Es gibt in Berlin bereits sehr gute Angebote der Jugendhilfe. Diese würden wir gerne mit den Schulen vernetzen.
Im Rahmen des landesweiten Programms für eine vertiefte Berufsorientierung, an dem auch LIFE e. V. beteiligt ist, sowie des Dualen Lernens, ein Element der Berliner Schulreform, bietet es sich an, mehr geschlechtergerechte Konzepte umzusetzen. Daran arbeiten wir.