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Evangelische Akademie Thüringen

In der Fachgruppe Jungenarbeit in Thüringen arbeiten Männer aus der Jugendhilfe und Jugendbildung, aus verschiedenen Vereinen, Verbänden und freien Trägern der Jugendhilfe mit.

Die Aufgaben der Fachgruppe Jungenarbeit umfassen folgende Inhalte:

  • Vernetzung der Jungenarbeiter in Thüringen;
  • Fachaustausch von Ideen, Methoden, Fachkenntnissen, strukturellen Bedingungen;
  • "Bewusstseinsarbeit" für Jungenarbeit in (sozial-)pädagogischen Arbeitsfeldern, auf struktureller und jugendpolitischer Ebene;
  • Weiterbildung: Arbeit an der fachlichen Kompetenz und am Selbstverständnis als Pädagoge/ Erzieher in der Arbeit mit Jungen;
  • Konzeptionelles Fundament: Was kann und soll Jungenarbeit leisten? Standards und Rahmenbedingungen von Jungenarbeit in Thüringen.
Kontakt
Evangelische Akademie Thüringen
Jürgen Reifarth
Zinzendorfhaus
99192 Neudietendorf
fon: 036202 984 0
fax: 036202 984 22
email: reifarth@ev-akademie-thueringen.de
url: www.ev-akademie-thueringen.de
Interview

Sie engagieren sich für eine gendersensible Jungenarbeit und machen Angebote speziell für Jungen. Wie kamen Sie dazu?

  • Zur gendersensiblen Jungenarbeit kam ich über die Mädchenarbeit. Meine Kollegin, die erfolgreich Mädchenarbeit anbot, wurde von den Müttern gefragt, ob wir denn nicht auch was für die Jungen organisieren würden. Darüber hinaus beschäftigt mich das Thema Mann und Männlichkeit schon seit Jahren.

Welche konkreten Angebote bieten Sie für Jungen an und welche Jungen erreichen Sie damit?

  • An der Evangelischen Akademie Thüringen selbst gibt es seit vier Jahren Wochenenden für Jungen von neun bis 13 Jahren. Im Jahr 2008 gab erstmals zwei Wochenenden, die beide restlos ausgebucht waren. Im Rahmen der Fachgruppe Jungenarbeit in Thüringen ist die Arbeit weit gefächert: Sie reicht von punktueller geschlechterbezogener Arbeit mit Schulklassen und Jungenklubs an der Schule bis hin zu verschiedenen Angeboten der Hilfen zur Erziehung.

Wie wurden Sie auf NEUE WEGE FÜR JUNGS aufmerksam?

  • Wir wurden auf Neue Wege für Jungs über das Internet und über eine Veranstaltung in Erfurt, auf der Miguel Diaz das Konzept und Programm vorstellte, aufmerksam.

Was sind die Vorteile der Netzwerkpartnerschaft, warum haben Sie sich dazu entschieden?

  • Jungenarbeit sollte sich vernetzen – man muss das Rad nicht zweimal erfinden. Wir profitieren in Thüringen von den Kontakten zu anderen LAGs, Fachgruppen und Einrichtungen, die mit Jungen arbeiten. Das betrifft inhaltliche, methodische und auch strukturelle Fragen, z.B. wie man mit welchen Partnern gute Lobbyarbeit macht.

Bieten Sie auch Jungenaktionen am Boys’Day – Jungen-Zukunftstag an oder planen diese?

  • Wir bieten momentan aus verschiedenen Gründen noch keine Aktionen an. Wichtig halte ich die Arbeit an der Lebensorientierung von Jungen noch vor der Berufsorientierung. Somit steht nicht die Frage „Was will ich mal werden?“ im Vordergrund, sondern „Wer will ich mal sein?". Die Fachgruppe in Thüringen wird zum nächsten Girls'Day ein Pilotprojekt an einigen Schulen in diese Richtung starten.

Wie unterstützen Sie Jungen, „neue Wege“ zu gehen, und wie sehen diese neuen Wege aus?

  • Dazu gibt es keine pauschale Antwort. Heinz Rudolf Kunze sang einmal: „Neue Wege sind schwer zu beschreiben, sie entstehen erst beim Gehen.“ Wenn Jungen lernen mehr zu ihrem Eigenen zu kommen statt erfüllen zu wollen was ihnen von Eltern, Lehrern und Gesellschaft als Rolle vorgehalten wird, dann ist unsere Arbeit sinnvoll. Die Wege dahin sind vielfältig.

Vielen Dank für Ihre Mühe!

 
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