Dokumentation: Jungenangebote am 22. April 2010
Am 22. April 2010 war Girls'Day... ... mit vielen tollen Aktionen für Jungen
Das Neue Wege für Jungs-Team möchte sich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Aktiven bedanken, die den Jungen am 22. April 2010, dem bundesweiten Girls'Day -Mädchen-Zukunftstag, einen unvergesslichen Tag ermöglicht haben: Gut 1000 soziale Einrichtungen in ganz Deutschland haben sich in die Neue Wege für Jungs-Datenbank "Jungs willkommen!" eingetragen, und viele der 161 Netzwerkpartnerinnen und -partner des Projekts haben am Girls'Day bewiesen, wie kreativ und vielseitig Angebote zur Jungenförderung sein können.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder zu Gast in der Spreekita
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder stattete am Girls'Day in der Berliner "Spreekita" den 15-jährigen Praktikanten Jonas, Peter und Ersin ihren Besuch abstattete. Die drei Jungen nehmen an einem Projekt von LIFE e.V. zur vertieften Berufsorientierung teil und nutzen am Girls'Day die Gelegenheit, den Erzieherberuf kennen zu lernen.
Der bundesweit bisher verschwindend geringe Männeranteil beim Kindergartenpersonal müsse erhöht werden, sagte Kristina Schröder bei dem Ortstermin.
Der Boys'Day kommt 2011
"Wir wollen ab dem nächsten Jahr bundesweit einen Boys'Day einführen", kündigte Kristina Schröder an. Die Jungen sollen an diesem Tag mehr über frauentypische Berufe erfahren. "In der Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft sinkt die Nachfrage nach Arbeitsplätzen im klassischen und traditionell männlich dominierten produzierenden Gewerbe", sagt Familienministerin Schröder. "Zugleich steigt der Bedarf etwa an Erziehern oder Altenpflegern. Wir wollen deshalb gerade bei den Jungen das Interesse für diese Berufe wecken und ihnen damit neue Perspektiven bieten", sagt Schröder. Dieser Schritt sei der Auftakt zu einer neuen Jungenpolitik, die die spezifischen Bedürfnisse der Jungen genau in den Blick nehmen werde, versprach Kristina Schröder.
"Heute gelten nicht mehr die Mädchen, sondern die Jungen als Problemkinder. Sie bleiben häufiger sitzen, sind öfter ohne Ausbildung, machen seltener Abitur", sagt Schröder. "Den Jungen fehlen oft männliche Vorbilder, viele wachsen ohne Vater auf und haben sowohl im Kindergarten als auch in der Grundschule kaum Männer als Bezugspersonen. Wir brauchen daher mehr Männer in Kitas und Grundschulen, eine Pädagogik, die noch stärker auf jungenspezifische Bedürfnisse eingeht und Programme, die zum Beispiel männlichen Schulverweigerern eine zweite Chance geben", sagt Schröder. "In der Frauen- und Mädchenpolitik haben wir viel erreicht - das muss uns nun genauso bei Männern und Jungen gelingen".
Ein Video über den Boys'Day in der Spreekita können Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ansehen: www.bmfsfj.de
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Praktikum im Matthias-Claudius-Haus der Diakonie Bayreuth
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Boys'Day in Regensburg
Im Stadtgebiet Regensburg nahmen dieses Jahr fast 120 Schüler am Boys'Day teil. In 31 verschiedenen Einrichtungen konnten sie in männeruntypischen Berufsfeldern wie Erzieher, Kinderpfleger, Alten- und Krankenpfleger, Pharmazeutisch-technischer Assistent, Heilerziehungspfleger, Arzthelfer etc. schnuppern. Jungs konnten einen Tag lang Erfahrungen in Krankenhäusern, Altenheimen, Kinderbetreuungseinrichtungen, bei Ärzten und Apotheken machen und die Arbeit in diesen Bereichen kennen lernen.
Boys'Day in Regensburg: Praktikant Yeddes Hamdi hilft mit Anleitung von Krankenschwester Eger Herrn Zahnweh beim Inhalieren. (Foto: Peter Ferstl)
Kadir Serkan, der auf der Intensivstation sein Schnupperpraktikum machte, war sehr überrascht, dass ihm die Tätigkeiten so gut gefallen haben: „Ich kann mir in jedem Fall vorstellen, eine derartige Tätigkeit als Beruf zu erlernen.“ Der Beruf des Krankenpflegers kann Jungs eine gute Zukunftsperspektive bieten, da z.B. am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder nur 30% der Pflegekräfte Männer sind.
Boys'Day in Regensburg: Erlartzky Sunny und Herr Baumann spielen Ball im Seniorenheim. (Foto: Peter Ferstl)
Fünf Altenheime motivierten Jungs für die Arbeit im Altenpflegebereich. Vier Jungs aus der Otto-Schwerdt-Schule in Burgweinting konnten im Bürgerheim Kumpfmühl den Pflegekräften bei ihren alltäglichen Tätigkeiten über die Schulter schauen. Der Höhepunkt für die Jungs war die Männergymnastikgruppe, an der sie sich alle aktiv beteiligen konnten und damit den älteren Bewohnern sehr viel Spaß bereitet haben. Bei der Verabschiedung der Jungs lobte Frau Hetzenecker vom Sozialdienst das tolle Engagement der Jungs: „Es gibt nicht viele Jungs in der Stadt, die sich zutrauen ein Praktikum in einem Altenheim zu machen!“
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
76 Jungen beim 3. Marburger Boys' Day
In den Marburger Kindertagesstätten hatte das - vorwiegend weibliche - Betreuungspersonal am Boys' Day große Unterstützung, denn über 30 Jungen verschafften sich Einblicke in den Beruf des Erziehers und verbrachten den Tag in den Kindergruppen. Offensichtlich mit großem Erfolg, denn nicht selten wurden die Jungen zum Abschluss von den Kindergartenkindern gefragt, ob sie "morgen wieder kommen". Vielleicht ergreift ja der eine oder andere Junge die Gelegenheit und macht sein nächstes Praktikum in der Einrichtung - und es kommt tatsächlich zu einem Wiedersehen.
Neben den Kindergärten war das Gesundheitswesen diesmal der zweite große Bereich, in dem 26 Jungen Erfahrungen sammeln konnten:
In der Elisabeth-von-Thüringen Akademie für Gesundheitsberufe wurden die Berufe Krankenpfleger und Operationstechnischer Assistent vorgestellt. Zwar waren die Jungen - verständlicherweise - nicht direkt im OP-Saal, dennoch gelang es den Auszubildenden der Akademie, die an diesem Tag selber "Ausbilder" waren, einen sehr guten Einblick in den Beruf zu geben. Ganz großen Anklang fand im Übrigen hier die Operation eines Schinkens.
Den echten Klinikalltag erlebten dagegen sechs weitere Jungen, die verschiedene Stationen des Uniklinikums erkundeten und z.B. bei der Essensausgabe mithalfen. Wie in den Vorjahren gab es weitere "frauentypische" Berufe zum Kennenlernen, unter anderem bei Frisören, Floristen und in der Bürokommunikation. Auch in diesen Arbeitsfeldern fanden die Jungen für sie interessante Tätigkeiten und entdecken für sich neue, kreative Potentiale.Zum Abschluss des Tages gab es neben einem leckeren Mittagessen noch ein echtes Highlight: Mr. Babeli, ein junger Marburger Beatboxer, beeindruckte mit unglaublicher Vokalakrobatik und fetten Beats.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Neue Wege für Jungs im Landkreis Miltenberg
Die bundesweite Veranstaltung „Neue Wege für Jungs“ hat auch im Landkreis Miltenberg zahlreiche junge Menschen in Betriebe und soziale Einrichtungen gelockt. Die Gleichstellungsbeauftragte am Miltenberger Landratsamt, Susanne Seidel, hatte hierfür zahlreiche Plätze vermittelt. Darüber hinaus ergriffen zahlreiche Jungen selbst die Initiative und suchten sich Einrichtungen.
So wurden die Kinder im Dorfprozeltener Kindergarten „Villa Kunterbunt“ am Morgen von neuem „Personal“ überrascht: Nils (14), Lars (14), Jakob (15) und Jonas (12) waren hier einen Vormittag lang als Helfer unterwegs. Nach einer Einführung durch Kindergartenleiterin Ulrike Karch ging es für die Schüler an die Praxis. „Seid aktiv, sprecht mit den Kindern“, hatte Karch ihnen zusammen mit einigen Verhaltensregeln mit auf den Weg gegeben. Alles lief reibungslos: Egal ob bei kinesiologischen Übungen, ob beim Malen oder Bauen – schnell standen die Schüler im Mittelpunkt des Geschehens und wurden in Beschlag genommen.
Wurden die Vier anfangs noch etwas misstrauisch beäugt, taute das Eis auf Seiten der Kinder schnell. Mit Gelassenheit meisterten die Schüler den hohen Geräuschpegel und den Andrang der Kinder. „Besser als Schule“ sei das allemal, waren sich die Jungs einig – aber man merkte ihnen an, dass es auch Spaß macht.
Dass die Jungs einmal Erzieher werden, ist aber nicht allzu wahrscheinlich: Einer weiß noch gar nicht, was er werden will, einer möchte Tierpfleger werden, die anderen reizt das Handwerk. Schade, findet die Kindergartenleiterin, männliche Erzieher empfände sie als großen Gewinn für den Kindergarten. Als das Jungen-Quartett nach einigen Stunden den Kindergarten verließ, war der Trennungsschmerz vor allem bei einem kleinen Mädchen groß: Es hatte Lars und Jonas spontan Heiratsanträge gemacht.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Gundelfingen: Eine ganze Klasse machte mit
Im Albert-Schweitzer-Gymnasium organisiert Annette Hug das Projekt Girls'Day und Boys'Day. Zum ersten Mal beteiligte sich eine geschlossene Klasse des Albert-Schweitzer-Gymnasiums an dieser Aktion. 32 Jungen und Mädchen der Klasse 5b und ihre Lehrerin Marlise Kasper verbrachten den Tag nicht in der Schule sondern in einem Betrieb. Alleine oder in kleinen Gruppen bis zu vier Schülern besuchten sie Handwerksbetriebe, Behörden, Kindergärten, Forschungsinstitute, Betriebe im Handel und Gewerbe.
Zum Beispiel waren die kleinen Jungen und Mädchen in der Kindereinrichtung „Sternschnuppe“ begeistert von Philipp und Jakob, die ihnen vorlasen, malten, mit ihnen schraubten und „Bus fuhren“.
Boys'Day in Gundelfingen: Philipp und Jakob, Fünftklässler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, im Kindergarten "Sternschnuppe"
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Hochschule München: Der Boys'Day räumt mit Vorurteilen über Sozialberufe auf
Rund 70 Schüler nutzten die Chance, beim ersten Boys’Day an der Hochschule München einen Einblick in die Vielfalt von sozialen Berufen zu bekommen.
Die – in diesem Fall allesamt männlichen – Professoren und Studenten der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften zeigten den 13- bis 16-Jährigen in kleinen Gruppen, wie vielfältig zum Beispiel das Berufsfeld eines Sozialarbeiters oder eines Medienpädagogen ist. In den Workshops gab es außerdem Gelegenheit, über bestehende Vorurteile gegenüber sozialen Berufen zu diskutieren und anhand von Spielen die eigene Team- und Sozialkompetenz zu testen.
Prof. Dr. Constanze Engelfried, Frauenbeauftragte von der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften, hofft, dass der Boys' Day bei den jungen Männern dazu beitragen konnte, den Blick für das Soziale im Allgemeinen zu schärfen - auch wenn sie keinen sozialen Studiengang oder Beruf wählen sollten.
Die Hochschule München ist die erste Hochschule in der bayerischen Hauptstadt, die zeitgleich zum Girls’Day auch einen Boys’Day anbot. Während sich die Jungs in Pasing in der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften über soziale Berufe informierten, tummelten sich rund 300 Mädchen an den Standorten der Hochschule in der Loth- und Karlstraße, um einen Einblick in technische und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge zu bekommen.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Viel Spaß beim Kindergartenpraktikum in Gütersloh
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Jungen zu Gast in der Klinik Karlsburg
Am Girls'Day, stellt das Klinikum Karlsburg Schülern spannende Ausbildungsberufe vor. „Wir haben unsere Einladung ausdrücklich ebenso an die
Jungen gerichtet, weil Gesundheits- und Pflegeberufe für Männer interessante Perspektiven bieten“, erklärte Herzchirurgin Dr. Elpiniki Katsari. Sie wollte gerade Jungs den Blick dafür öffnen, dass es viel Freude macht, anderen Menschen zu helfen. „Es gibt noch viele Vorurteile, aber es ist durchaus männlich, sich sozial zu engagieren“, sagte sie. Die Gesellschaft werde immer älter und bereits heute fehle es an qualifiziertem Fachpersonal im Gesundheitsbereich. Im Karlsburger Klinikum wurden Jungen (11 bis 18 Jahre alt) Berufe wie der Kardiotechniker, der Narkose-Pfleger, der OP-Pfleger und der Diätassistent vorgestellt.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Jungenzukunftstag in den Mehrgenerationenhäusern
Auch viele derbundesweit 500 Mehrgenerationenhäuser öffnet am Girls'Day die Türen für die Jungen. Carla Kaiser, Leiterin des Mehrgenerationenhauses in Perleberg, hat zum ersten Mal einen „Schnupper-Arbeitstag für Jungs“ in ihrem Mehrgenerationenhaus angeboten. Sie hält die Aktion gleich aus zwei Gründen für eine tolle Sache: „Ich sehe den Tag als Chance, unsere Arbeit im Mehrgenerationenhaus bekannt zu machen und Jungen an vermeintlich frauentypische Berufe, wie den des Erziehers, heranzuführen.“
Viele Mehrgenerationenhäuser wendeten sich am „Boys´Day“ gezielt an Jungen, um sie für Tätigkeiten im sozialen Bereich zu begeistern und so ihre Lebens- und Berufsperspektiven zu erweitern. Miguel Diaz, Fachreferent der Initiative „Neue Wege für Jungs“, drückt es so aus: „Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Dennoch sind auch heute traditionelle Männlichkeitsmuster in den Köpfen vieler Menschen vorhanden. Dazu gehören bestimmte männliche Berufe genauso wie der Anspruch an den Mann, der Alleinernährer der Familie zu sein. Wir möchten diesem Rollenverständnis entgegenwirken und junge Männer unterstützen, sich jenseits vermeintlicher gesellschaftlicher Zwänge beruflich entwickeln zu können.“
Mit diesem schönen Brief bedankten sich Nicolas, Philip, Patrik und Niklas beim Carpe Diem-Team des Mehrgenerationenhauses in Titisee-Neustadt für den tollen Tag (zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
„Im Labor auf Spurensuche": Fünf Schüler erkundeten das Labor an der MTLA-Schule Bayreuth
Fünf Jungen aus 5. bis 8. Klasse folgten der Einladung der MTLA-Schule der Klinikum Bayreuth GmbH, um am 22.April das Arbeiten der MTLA im Labor kennenzulernen. Das Motto des Tages lautete „Im Labor auf Spurensuche": Die Jungen lernten im Schullabor unterschiedliche Tätigkeiten
kennen. In der Histologie färbten sie beispielsweise Gewebeschnitte von Leber, Niere und Milz an und mikroskopierten verschiedene Gewebezellen. In der Mikrobiologie fertigten sie Nährböden an, warfen einen Blick auf angezüchtete Salmonellen und mikroskopierten ein selbst gefertigtes und gefärbtes Präparat ihrer Mundschleimhaut. In der Hämatologie mikroskopierten sie ebenfalls Blutzellen und erfuhren viel über das Blutbild sowie über die Arbeit mit Analyseautomaten.
In der Klinischen Chemie arbeiteten sie mit Pipette und Waage, fertigten einen Urinstatus an und trennten einzelne Farben eines Filzstiftes auf. Zum Abschluss des Vormittages übergab Schulleiterin Silvia Freiesleben-Ulbrich den Jungen noch ein kleines Geschenk zur Erinnerung an den Vormittag im Labor: Sie durften ihre Gewebeschnitte sowie einen Computerausdruck des mikroskopischen Präparats der eigenen Mundflora mit nach Hause nehmen.
„Insgesamt war die Resonanz der Jungen sehr positiv. Wir werden die Aktion im nächsten Jahr sicher wiederholen“, freut sich Silvia Freiesleben-Ulbrich.
Neben der MTA-Schule in Bayreuth hatten sich die MTA-Schulen in Magdeburg, Oldenburg und Zwickau am diesjährigen Boys’ Day beteiligt.
Weitere Informationen zu den MTA-Berufen: www.mtawerden.de
Beim Anfärben von Gewebeschnitten. (Quelle der Fotos: www.mtawerden.de)
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Presseberichte finden Sie im Neue Wege für Jungs-Pressespiegel.










