Dokumentation: Jungenangebote am 23. April 2009

Zwei Jungen und eine Krankenschwester stehen um das Bett eines älteren Patienten. Ein Junge schüttelt sein Kopfkissen auf. Der Mann lächelt.

Boys'Day in Regensburg: Im Evangelischen Krankenhaus konnten Jungen die Arbeit in der Krankenpflege kennen lernen und einem Patienten helfen. Foto: Stadt Regensburg, Peter Ferstl

"Jungs entdecken die Pflege". "Jungs stürmten die Küche" oder "Emanzipiert: Der Mann am Bügelbrett" - so stand es in den Tageszeitungen, als am Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag am 23. April 2009 in ganz Deutschland auch die Jungen neue Wege gingen.

Schnupperpraktika in "männeruntypischen" Berufen wie Erzieher oder Altenpfleger, Haushaltsparcours mit Koch- und Bügelspaß oder Gruppendiskussionen über das Männerbild von heute und die Erwartungen an die eigene Zukunft - die Palette der Angebote war breit. Anders als beim Girls'Day geht es bei Aktionen im Sinne von Neue Wege für Jungs nicht nur um die Berufsorientierung jenseits der Rollenklischees, sondern auch um die Erweiterung sozialer Kompetenzen und die kritische Reflexion des männlichen Rollenbilds.

Danke an alle Aktiven!

Das Neue Wege für Jungs-Team möchte sich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Aktiven bedanken, die den Jungen einen unvergesslichen Tag ermöglicht haben: Gut 500 soziale Einrichtungen in ganz Deutschland haben sich schon in die Neue Wege für Jungs-Praktikumsdatenbank eingetragen, und viele der 130 Netzwerkpartnerinnen und -partner des Projekts haben am Girls'Day bewiesen, wie kreativ und vielseitig Angebote zur Jungenförderung sein können.

Beispiele für gelungene Jungenaktionen

++ Schnupperpraktika in Regensburg ++ Pressekonferenz mit Ursula von der Leyen ++ Boys'Day in Berlin ++ Neue Wege im Landkreis Schwandorf ++ Diskussionsrunden in den Schulen ++ Kompetenzparcours in Stuttgart ++ Jungen als Babypfleger ++ Berufswahl-Rap in Heidelberg ++ Zu Besuch im Familienministerium Nordrhein-Westfalen ++ Action in den Mehrgenerationenhäusern ++ Sozialer Boys'Day in Frankfurt ++ "Was für Jungs!" in Hamburg ++ Zukunftstag in Sachsen-Anhalt++ Future Boys in Ludwigsburg ++ Aktionstag "Soziale Arbeit" in Hamburg ++ Action mit Föhn und Lockenwickler - Aktionstag am Niederrhein

zwei männliche Jugendliche spielen mit einer Gruppe Kleinkinder ein Holzspiel auf dem teppich. Im Hintergrund schaut eine Erzieherin zu.

Boys'Day in Regensburg: Im Kinderhaus Gesslerstraße spielten 2009 die Jungs mit den Kindern. Foto:Stadt Regensburg, Peter Ferstl

Männliche Jugendliche und ältere Menschen sitzen gemeinsam am Mittagstisch und unterhalten sich.

Boys'Day in Regensburg: Jungen zu Besuch in der Seniorenresidenz "Thurn und Taxis"Foto: Stadt Regensburg, Peter Ferstl

Schnupperpraktika in Regensburg

Die Gleichstellungsstelle der Stadt Regensburg (Netzwerkpartner von Neue Wege für Jungs) hat zum Beispiel für 125 Schüler (15 bis 17 Jahre alt) Schnupperpraktika in Krankenhäusern und Kindergärten vermittelt. Im Evangelischen Krankenhaus durften die Jungen Kranke lagern und zu Untersuchungen und bis zum Operationssaal begleiten - so erlebten sie hautnah, wie es ist, in einem helfenden Beruf tätig zu sein. Diese Eindrücke können dazu beitragen Rollenklischees abzubauen und das Verständnis für die verschiedenen Berufswelten zu fördern. Nicht zuletzt helfen solche Eindrücke bei der Entscheidungsfindung für ein eigenes späteres Berufsziel.

Pressekonferenz mit Ursula von der Leyen

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen im Gespräch mit Schülern der Berliner Oppenheimschule. Foto: © ARD-Hauptstadtstudio / Reiner Freese

Familien- und Jugendministerin Ursula von der Leyen diskutierte bei einer Pressekonferenz im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin mit 40 Jugendlichen, darunter 20 Schüler der Berliner Oppenheimschule über die Themen Berufswahl und Gleichberechtigung. Die Veranstaltung wurde im Internet per Livestream übertragen.

"Breite Orientierung bei der Berufswahl nützt Mädchen und Jungen gleichermaßen", sagte Ursula von der Leyen , "Jungen sind kaum in sozialen und Pflegeberufen zu finden. In Kitas etwa gibt es nur fünf Prozent Erzieher. Es fehlen männliche Vorbilder. Mit dem Girls'Day und 'Neue Wege für Jungs' wollen wir Jugendliche dazu motivieren, dort ihre berufliche Zukunft zu suchen, wo sie ihre Stärken und Talente am besten einbringen können", so die Ministerin.

Boys`Day in Berlin

Mehr als 200 Jungen im Alter von 13-17 Jahren aus fünf Oberschulen des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf (Marie-Curie-Oberschule, Oppenheim-Oberschule, Pommern-Oberschule, Friedrich-Ebert-Oberschule und Comenius-Schule), haben sich am 2. Boys'Day in Charlottenburg-Wilmersdorf beteiligt. In über 40 Einrichtungen konnten die Jungen ein Praktikum machen. Ein Höhepunkt des Tages war die Teilnahme von 12 Jungen aus dem Bezirk beim Boys Day in der Birthler-Behörde (Bundesbeaufragte für die Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen). Und besonders lecker fanden es die Jungen bei verschiedenen Kochworkshops im Lette-Verein. Mehr Informationen: www.boysday-berlin.de

Neue Wege im Landkreis Schwandorf

ein junge am Schreibtisch

Schnupperpraktikant im Krankenhaus

Fast 40 Schüler nutzten die Gelegenheit, in Kindergärten, Behinderteneinrichtungen, Krankenhäusern und Seniorenheimen im Landkreis Schwandorf zu schnuppern. Das Feedback der Einrichtungen und der Schüler war durchweg positiv. „Jetzt merk` ich erst, wie anstrengend ein Beruf mit kleinen Kindern ist“, sagte ein Schüler der Hauptschule in Burglengenfeld. „Aber das Fußballspielen mit den Kindern war doch toll“, fügte sein Banknachbar zu und „die kleinen Jungs wollten wissen, ob wir morgen wieder kommen“.

Die Dankbarkeit der Seniorinnen und Seniorinnen bleibt den Jungen der Kreuzbergschule im Gedächtnis. Einzelne Bewohner der Altenheime fragten, ob „ihre Schnupperpraktikanten mal wieder kämen". In einigen Einrichtungen fragten die Jungen sogar nach einem Praktikumsplatz für die nächsten Ferien, um die Berufe dort noch besser kennen zu lernen. Für Dorothea Seitz-Dobler von der Agentur für Arbeit, sowie die beiden Jugend-sozialarbeiterinnen Anna von Ammon und Stefanie Strotzer kann dieser Tag nur ein Einstieg sein. Er soll Mut machen, neue Wege zu beschreiten und Neugierde wecken, die große Vielfalt von Lebensmodellen erfassen. Eine Neuauflage 2010 ist schon geplant.

Diskussionsrunden in den Schulen

Neben den Netzwerkpartnern von Neue Wege für Jungs nutzten am Girls'Day auch viele Schulen die Möglichkeit, um Diskussionen mit reinen Jungengruppen zu führen. "Sind Hausmänner Weicheier?" oder "Wer bei Mädchen ankommen will, muss cool sein" - das waren zum Beispiel die Themen in der Realschule Haspe.

Kompetenzparcours in Stuttgart

Ein lachender Junge im Rollstuhl. Ein anderer Junge schiebt den Rollstuhl, ein weiterer Junge schaut zu.

Pflegeberufe zum Anfassen: Rollstuhltestfahrt beim Kompetenzparcours in Stuttgart | Foto: © Neue Wege für Jungs

Ein großer Kompetenzparcours wurde in der Feuerbacher Festhalle als Kooperationsveranstaltung des Stadtjugendring Stuttgarts und des Arbeitskreises Jungenarbeit in Stuttgart angeboten. Bei dem Parcours bekamen rund 70 Jungen und 30 Mädchen in geschlechtergetrennten Gruppen die Möglichkeit sich über zwölf verschiedene Berufe aus handwerklich-technischen, kaufmännischen, handwerklich-kreativen und sozial-pflegerischen Bereichen zu informieren. Die Berufsleute hatten sich interessant Aufgaben ausgedacht, so dass im sozial-pflegerischen Bereich der „Erzieher“ und „Altenpfleger“ der Renner war. Mit viel Spaß probierten die Jungs die Berufe aus und knüpften Kontakte für spätere Praktika.

Der 14-jährige Burhan freute sich über die Auswahl der Berufe: „Mir haben die schöne Atmosphäre und die vielen praktischen Aufgaben sehr gut gefallen. Am besten gefiel mir der Beruf Immobilienmakler.“Eine Berufsberatung sowie die Beratung über weiterführende Schulen rundeten ebenso wie eine Fähigkeitenbörse das Angebot ab.

Kontakt: Stadtjugendring Stuttgart e.V., Bettina Schäfer, bettina.schaefer@sjr-stuttgart.de

Jungen als "Baby"-Pfleger

An der Freiherr-von-Ickstatt-Realschule in Ingolstadt stand das Thema Kinderpflege auf dem Programm. Anhand von Baby-Simulatoren konnten die Jungen für einen Tag erleben, was es heißt, einen schreienden Säugling zu betreuen. "Ich glaub’, da geh’ ich lieber zur Arbeit", sagte ein Junge entnervt, während andere es sich durchaus vorstellen können, später als Vater in Elternzeit zu gehen.

Berufswahl-Rap in Heidelberg

Jungengruppe in eienr Schulklasse, im Mittelpunkt des Bildes der Rapper Danny Fresh

Berufswahl-Rap mit Danny Fresh in Heidelberg | Foto © Agentur für Arbeit

Schüler der 8. Klasse der Heiligenbergschule hatten eine „geile Zeit“ im Berufsinformationszentrum (BiZ) der Heidelberger Agentur für Arbeit. Denn beim Boys`Day beschritten die Agentur für Arbeit und die Arbeitsgemeinschaft für berufliche Fortbildung Heidelberg völlig neue Wege: Zusammen mit Rapper Danny Fresh brachten die Schüler eigene Gedanken zum Thema Berufswahl zu Papier und erlebten, dass Schreiben weitaus mehr sein kann als eine Pflichtaufgabe im Deutschunterricht. Diskutiert wurden Fragen wie zum Beispiel „Was macht die Berufswahl so schwer?“, „Wer sind meine Vorbilder?“ „Wo finde ich Informationen, und wer hilft mir?“ Der Spaß kam dabei nicht zu kurz und die selbst verfassten Texte und Ergebnissestellten die Teilnehmer bei einem Elternabend vor – und Danny Fresh war auch wieder mit dabei. Abgerundet wurde der Tag durch die Präsentation der Informationsmöglichkeiten im BiZ und durch Psychologen der Agentur für Arbeit, die anschaulich erklärten, wie Eignungsuntersuchungen zur Berufswahl ablaufen.

Zu Besuch im Familienministerium Nordrhein-Westfalen

Zwölf Mädchen aus Düsseldorf und zehn Jungen aus Köln waren eingeladen in das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration (MGFFI). Nach einer interessanten Fragestunde mit der Staatssekretärin, in der Frau Dr. Gierden-Jülich den Mädchen und Jungen über ihren eigenen Lebensweg und ihre Berufswahl erzählte, programmierten die Mädchen ROBERTAS – Roboter aus Legosteinen, die laufend, schaukelnd und drehend zusammen einen spannenden Tanz zeigten. Parallel dazu führten die Jungen Interviews mit Männern durch, die in Berufen mit untypische Arbeitsaufgaben tätig sind: einen Erzieher in einer KITA und einen Kollegen der Frauenabteilung des MGFFI, Herrn Phillipsen. So engagiert sich Herr Phillipsen z. B. für den Wiedereinstieg von Frauen in den Arbeitsmarkt nach einer Erziehungszeit. Insgesamt waren die Mädchen und Jungen von den Erfahrungen des Tages, der mit der Unterstützung der FUMA Fachstelle Gender NRW durchgeführt wurde, begeistert und sehr zufrieden.

Zwei Jungen bügeln ein hemd, eine Frau schaut ihnen zu.

Bügelaktion beim Haushaltsparcours 2009 im Mehrgenerationenhaus Nachbarschatz in Hamburg | Foto: © Neue Wege für Jungs

Action in den Mehrgenerationenhäusern
Kindergartenkinder sitzen am Tisch. Ein junger Mann steht daneben und schneidet einem kleinen Jungen das Essen auf dem Teller

Endlich Mittagessen: Im Kindergarten des Nachbarschatz in Hamburg | Foto: © Neue Wege für Jungs

25 Mehrgenerationenhäuser in ganz Deutschland boten interessierten Jungen erste Erfahrungen in ungewohnten Bereichen an. So konnten sich Jungen in der Kinderbetreuung, Hauswirtschaft und Pflege engagieren. Im Mehrgenerationenhaus Hamburg Eimsbüttel wurde der von Neue Wege für Jungs entwickelte Haushaltsparcours für Jungen durchgeführt, während es in Lübstorf in Mecklenburg-Vorpommern eher um Berufe ging.

„Gerade im Osten wandern junge Frauen nach dem Schulabschluss in den Westen ab. Dadurch bleiben Arbeitsplätze im Bereich der Altenpflege oder auch Kinderbetreuung unbesetzt“, sagt Susanne Hacker, Projektkoordinatorin im Mehrgenerationenhaus Lübstorf.

Sozialer Boys'Day in Frankfurt

Auch in Frankfurt war eine Menge los: Gut 300 Jungen nutzen das Angebot des Paritätischen Bildungswerks (Netzwerkpartner von Neue Wege für Jungs) und absolvierten einen Einsatz in sozialen Einrichtungen. Seit es den "Sozialen Boys' Day" in Frankfurt gibt, steigt die Zahl der Einrichtungen, die Plätze für den "Sozialen Boys' Day" zur Verfügung stellen, kontinuierlich an.

Am Nachmittag fand dann die große After-Work-Party im Jugendhaus Heideplatz statt. Ein besonderes Highlight stellte die Interviewrunde mit Wolfgang Englert, Antonio del Re und Martin Genger, Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft "Männer in Erzieherberufen", dar. Cem Altun von den "Sozialen Jungs" hatte sich ein paar interessante Fragen ausgedacht: "Warum haben Sie diesen Beruf gewählt?" oder "Wie reagiert Ihr Umfeld auf Ihren Beruf?". Das Filmteam der "Sozialen Jungs" dokumentierte das Interview auf Video, Ausschnitte werden nach der Bearbeitung hier im Internet veröffentlicht: www.sozialejungs.de

"Was für Jungs" in Hamburg

Jungen der Klassen 5 bis 10 konnten auch in Hamburg interessante Praktika machen oder an Gruppenangeboten teilnehmen. unter anderem gab es einen Babysitterkurs mit dem Titel "Das Kind schon schaukeln - aber richtig!" und Kochkurse für Jungen.

"Was für Jungs!" ist ein Projekt der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz unterstützt durch die Behörde für Schule und Berufsbildung / Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung. "Was für Jungs!" ist Netzwerkpartner des bundesweiten Projektes Neue Wege für Jungs. Mehr Informationen unter www.hamburg.de/wasfuerjungs

Auf der Homepage des Projekts finden Sie eine umfangreiche Dokumentation der Aktion "Was für Jungs!"

Unter dem Motto „Männliche Identität – Rolle – Arbeit“stand das Angebot von unserem Netzwerkpartner "Arbeit und Leben Hamburg". Für die Jungen gab es einige Aufgaben sowohl im Seminarraum als auch im umliegenden Stadtteil, die sie in kleinen Gruppen bewältigen mussten (z.B. Gruppen fotografieren, Passanten interviewen).

Drei Jungen an einem Konferenztisch, vor ihnen stehen namensschilder, sie telefoneiren

Im Sekretariat der Techniker Krankenkasse Hamburg: Paul, Leif und Jannik organisierten eine Konferenz. | Foto: Techniker Krankenkasse

Fast 60 Hamburger Jugendliche entdeckten beim Girls'Day 2009 in der Techniker Krankenkasse (TK) neue Berufsfelder für sich. Mit dabei waren auch neun Jungs, die typische weibliche Berufe eroberten: Sie verbrachten den Tag als Sekretär in der Landesvertretung Hamburg oder als Bibliothekar in der Hauptverwaltung der TK. "Im Sekretariat muss man immer den Überblick behalten", sagte der 11-jährige Jannik nach dem Tag bei der TK. Zusammen mit zwei Mitstreitern organisierte er eine Konferenz, mit allem was dazu gehört: Getränke und Essen bestellen, Namensschilder entwerfen und Einladungen versenden. Auch in der Bibliothek arbeiteten sechs Jungs tatkräftig mit: Sie lernten das Computersystem kennen und katalogisierten selbst Bücher.

Zukunftstag in Sachsen-Anhalt - zum ersten Mal auch für Jungen

Am 9. Zukunftstag des Bundeslandes Sachsen-Anhalt hatten zum ersten Mal auch die Jungs Gelegenheit, interessante Berufe zu erkunden. Ihre Praktikumsplätze in mehr als 40 Einrichtungen konnten sie auf einer Aktionslandkarte der Netzwerk - und Servicestelle für geschlechtergerechte Berufsorientierung (Netzwerkpartner) finden.

Future Boys in Ludwigsburg

„Die älteren Leutchen hatten Freude an den Kindern!“, diesen Eindruck gewann ein Teilnehmer des Projekts „Future Boys – Entdecke Deine Möglichkeiten“ während seiner Hospitation in einer Einrichtung der Altenpflege. „Als Krankenpfleger kann man Gutes tun!“ „Es war witzig und man hat etwas gelernt!“, so fassten einige der 12- bis 14-jährigen Teilnehmer des diesjährigen Projekts ihre Eindrücke zusammen.

Auch in diesem Jahr boten die Agentur für Arbeit Ludwigsburg, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ludwigsburg und die Evangelische Hochschule Ludwigsburg eine Veranstaltung für Jungs im Rahmen des Projekts „Neue Wege für Jungs“, an. Die ganztägige Veranstaltung richtete sich an Schüler der 6. und 7. Klassen an Haupt- und Realschulen im Kreis Ludwigsburg. Am Vormittag besuchten die Schüler einen Workshop und am Nachmittag bestand die

Möglichkeit zur Hospitation in sozialen Einrichtungen. Das Programm begann für die 18 Teilnehmer um 8.00 Uhr an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Nach einer kurzen Begrüßung starteten die Schüler zu ihrem Workshop „Lebens- und Berufswegeorientierung“ unter der Leitung eines Medien- und Jungenpädagogen. Unterstützt wurde er von zwei Studenten der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Nach einem kurzen Kennenlernspiel beteiligten sich die Schüler intensiv und lebhaft mit viel Kreativität bei Einzel- und Gruppenarbeiten.
Nach einem leckeren gemeinsamen Mittagessen brachen die Teilnehmer gegen 13.00 Uhr zu ihren Hospitationseinrichtungen auf. Hier bot sich ihnen die Möglichkeit, „Praxisluft zu schnuppern“ und Kranken- und Altenpflegekräfte in ihrem Arbeitsalltag zu erleben. Auch die Ludwigsburger Krankenpflegeschule hatte Hospitationsplätze angeboten und ermöglichte den Schülern Einblicke in die Ausbildungsinhalte. Die Einrichtungen hatten sich organisatorisch und inhaltlich bestens auf die Schüler vorbereitet. Bei der Vorstellung der Einrichtungen wurden sowohl Ziele und Aufgaben erklärt als auch über die inhaltliche Ausrichtung der Angebote gesprochen, bevor es in die Praxis ging. Dabei kam die „Arbeit“ der Hospitanten sehr gut an, wie sich an den positiven Rückmeldungen der Bewohner/-innen erkennen ließ – ein schönes Kompliment für die vielleicht zukünftigen Pfleger. Auch die Einrichtungsleiter/-innen erlebten die Schüler als offen und fanden lobende Worte für deren netten Umgang mit den Bewohner/-innen.

In der Krankenpflegeschule fesselten die Schüler unter anderem die praktischen Übungen wie Laufen mit Gehstützen, Fahren im Rollstuhl und Reanimationsübungen sowie die persönlichen Erlebnisse eines Auszubildenden „als Mann unter Frauen“, der bereitwillig auf alle Fragen einging. Dass der Bedarf der Einrichtungen an Pflegekräften und insbesondere an männlichem Personal tatsächlich hoch ist, bewies das weitgehend große Interesse und die Bereitschaft Hospitationsplätze anzubieten. Der Tag endete für die Schüler je nach Einrichtung zwischen 16.00 und 16.30 Uhr. Im kommenden Jahr soll das Projekt nun ausgeweitet und konzeptionell weiter entwickelt werden. „Wir wollen künftig mit unserem Angebot eine größere Zielgruppe erreichen. Dann sind wir noch mehr als bisher auf die Bereitschaft der sozialen Einrichtungen angewiesen, Hospitationsplätze zur Verfügung zu stellen“, so die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ludwigsburg, Susanne Brückner.

Aktionstag am Studiendepartement „Soziale Arbeit“ der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

11- bis 14-Jährige Schüler erlebten einen interessanten Unitag und erfuhren, dass im Bereich "Soziale Arbeit" auch Männer gefragte Mitarbeiter sind. Der Student Dennis Michalke, der den Tag organisiert hat, hat die Erfahrungen in einer Dokumentation zusammengefasst:

Action mit Föhn und Lockenwickler - Aktionstag am Niederrhein

18 Jungen folgten der Einladung der Kreishandwerkerschaft Niederrhein und erprobten ihre Talente als Nachwuchsfrisöre. Mit Lockenwicklern, Föhn und Bürste verschönerten sie langhaarige Plastikköpfe. Weil das so viel Spaß machte, griffen sie dann auch noch zum Nagellack und machten sich die Hände schön. Diese witzige Aktion wird 2010 wieder angeboten.

Große Resonanz der Medien

Viele deutsche Medien haben über die Jungenangebote zum Girls'Day 2009 berichtet. Eine Auswahl der Artikel finden Sie in unserem Pressespiegel.

Hinweis in eigener Sache: Falls Sie, liebe Netzwerkpartnerinnen und -partner, oder auch andere Aktive uns Fotos und/oder Berichte zu Ihren Jungen-Aktionen am Girls'Day für unsere Dokumentation zur Verfügung stellen möchten, schicken Sie uns bitte eine E-Mail an info@neue-wege-fuer-jungs.de .

Und 2010?

Der Termin für den nächsten Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag steht fest: 22. April 2010!

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