Selbstbeschreibungen von Jungen – ausgewählte Ergebnisse
Die befragten Jungen haben ein breites Interesse an der Erprobung sozialer Tätigkeiten und Vielfalt bzgl. beruflicher Perspektiven geäußert:
»Ich find’, Kindergärtner als Zivi ist schon gut, aber Kindergärtner als Job, das find’ ich nicht so gut. Ich finde, das passt nicht so richtig. Das sind so viele Kinder und ich glaub’, die Frauen machen das besser als die Männer. Ich hab’ noch nie mitgekriegt, wie ein Kindergärtner mit Kindern umgeht.«
»Ja, ich weiß nicht, Erzieher ist auch was für mich. Ich will im Krankenhaus oder im Kindergarten, mir ist es egal, Hauptsache soziale Arbeit.«
(aus einer Gruppendiskussion mit 15-jährigen Realschülern)
Beobachtung:
- Äußerungen der Jungen in Bezug auf zukünftige Familienkonzeptionen sind mit Ausnahmen eher verengt:
- Alle befragten Jungen wollen heterosexuell heiraten und Kind(er)
- Zwei Jungen können sich vorstellen auch eine Zeit lang zur Kinderbetreuung zu Hause zu bleiben, falls es finanziell möglich ist.
- Nur wenige können sich vorstellen, in Teilzeit zu arbeiten.
- Mehrere präferieren eine traditionelle Rollenverteilung, ohne dabei gleichstellungsfeindlich sein zu wollen.
- Je näher an der aktuellen Lebenswirklichkeit, desto weniger äußern die Jungen traditionelle Vorstellungen. Desto abstrakter und weiter weg Zukunft gedacht wird, desto größer wird die Traditionalisierungs-Tendenz.
»Ich bin mal ganz ehrlich, ich würd’ meinen Job für den Job meiner Frau jetzt nicht aufgeben. Ich würd’ sie wirklich eher drum bitten, dass sie ein bisschen mehr Zeit für zu Hause für die Kinder hat. Weil, ich mein’, so die ganze Hauswirtschaft, Arbeit kann man auch zusammenbringen, das ist kein Problem, nur das mit den Kindern halt.«
»Wie auch immer. Wenn sie mit dem Job zufrieden ist, hätt’ ich kein Problem damit, zu Hause zu sein.«
(Aus einer Gruppendiskussion mit 17- und 18-jährigen Gymnasiasten, die als Stationenleiter an einem Themenparcours zum Thema ›Zukunft‹ teilgenommen hatten)










