ArbeitsblÀtter und Methoden

Ein Methodenreader fĂŒr die soziale Gruppenarbeit mit Jungen erstellt vom Bremer JungenBĂŒro (Rolf Tiemann) und dem Projekt NEUE WEGE FÜR JUNGS (Miguel Diaz).

Hinter den Kategorien „Beruf”, „Erziehung”, „Jungen”, „Zukunft” und „Hausarbeit” verstecken sich mit Punktwerten von 20 bis 100 Punkten versehene Fragen zur Rollenbildern, Lebensmodellen und Berufsplanung.

Spielregeln: FĂŒr 4-6 Spielerinnen und Spieler. Ihr braucht Spielfiguren und eine WĂŒrfel. WĂŒrfelt reihum. Entsprechend der Augenzahl werden die Spielfiguren gesetzt. Wer auf ein Ereignisfeld kommt, liest die Frage laut vor und erklĂ€rt, ob und warum es sich dabei um eine "Frauensache" oder eine "MĂ€nnersache" handelt. Nachfragen ist erlaubt. Es gibt aber keine "richtigen" oder "falschen" Antworten. Gewonnen hat, wer die Spielfiguren zuerst ins Ziel gewĂŒrfelt und dabei mindestens fĂŒnf Fragen beantwortet hat.

Die Beratungsstelle „Übergang von der Schule zum Beruf” entwickelte 1990 in Kleve ein Seminar fĂŒr MĂ€dchen „Elly hat Zukunft” zum Thema Beruf- und Lebensplanung. In der Folgezeit wurde das „Erno hĂ€lt mit”-Konzept entwickelt und in der Praxis erprobt. Im Gegensatz zu der MĂ€dchenarbeit gab es kaum Materialien fĂŒr die Bildungsarbeit mit Jungen. Diesem Anspruch wurde in dem hier vorgestellten Material Rechnung getragen.

Mit der vorliegenden Expertise wird ein anwendungsorientiertes und praxisnahes Konzept fĂŒr die Fortbildung von mĂ€nnlichen (pĂ€dagogischen) FachkrĂ€ften vorgestellt, das diese befĂ€higt, mit Jungen geschlechtsbezogen in den Bereichen Jugendhilfe, Schule oder Sport zu arbeiten.

Vier Fragen regen in diesem Arbeitsblatt mĂ€nnliche Jugendliche zum Nachdenken ĂŒber die eigene Berufs- und Lebensplanung und die inhaltliche Gestaltung eines Projekttages fĂŒr Jungen an.

Beispielhaft werden vier Filme und weiterfĂŒhrende Bearbeitungsideen vorgestellt, die als Basis zur kritischen Auseinandersetzung mit und Diskussion ĂŒber gesellschaftliche Rollenbilder und GeschlechtsidentitĂ€t in Form etwa eines fĂ€cherĂŒbergreifenden Kino-Projektes prĂ€sentiert werden können.

Kocht Lena das Abendessen oder Gerd, und wer gibt fĂŒr die Betreuung des gemeinsamen Kindes den Job auf? Ein LĂŒckentext zur kritischen Hinterfragung der eigenen Rollenbilder fĂŒr Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren.

Mit dem Stimmungsbarometer zur Berufs- und Lebensplanung sollen Einstellungen und Meinungen der SchĂŒler zu ihrer beruflichen und privaten Zukunft sichtbar gemacht werden. Die Gruppenmitglieder treffen zu konkreten Fragen ihre Entscheidungen und beziehen Position. Im Anschluss an das Spiel sind die SchĂŒler gefordert, zu den Ergebnissen Stellung zu nehmen.

Eine Übung fĂŒr die Jahrgangsstufen 7 bis 10. Bei diesem Spiel geht es darum,
dass sich die Jungen auf spielerische Art und Weise ĂŒber ihre Zukunftsvorstellungen austauschen und DenkanstĂ¶ĂŸe gegeben werden.

Dieses Meinungsspiel dient dem Einstieg in eine argumentative und
intensive Auseinandersetzung mit der Thematik Berufs- und LebensplanungDie SchĂŒler werden zum Nachdenken und zur MeinungsĂ€ußerung angeregt.

Eine Übung fĂŒr die Jahrgangsstufen 9 und 10. Die Zeitdauer betrĂ€gt ca. 45 Minuten, je nach Diskussionsbedarf. Die Jungen und MĂ€dchen sollen zunĂ€chst jeder fĂŒr sich diesen Fragebogen ankreuzen. Anschließend wird der Fragebogen in der Gesamtgruppe verglichen. Dabei ergeben sich unweigerlich Diskussionen.

Welchen Beruf wirst du mal haben? Wirst du Kinder groß ziehen und was wird spĂ€ter deine LieblingsbeschĂ€ftigung sein? Diese oder Ă€hnliche Fragen sollen sich Jugendliche auf spielerische Weise gegenseitig stellen. Über die Fragen selbst und auch warum wem welche Frage gestellt wurde, kann im Anschluss diskutiert werden.

Lebensmodelle kennen lernen und Rollenklischees aufbrechen – darum geht es in diesem Arbeitsblatt. InterviewgĂ€ste sollen eingeladen werden, beispielsweise MĂ€nner in „mĂ€nneruntypischen” Berufen oder VĂ€ter, die ihre Kinder betreuen und ihren Beruf dafĂŒr aufgegeben haben und mit den SchĂŒlern ins GesprĂ€ch kommen.

Was ist Familien- und Hausarbeit? Wieviel Zeit in der Woche bringen die SchĂŒler fĂŒr Arbeiten im Haushalt auf? Wie wĂ€re es, ein Hausmann zu sein? Diese und weitere Fragen sollen dazu anregen, sich mit den Themen Familie und Hausarbeit auseinander zu setzen.

Ziel des Praxistages ist es, den Jungen Einblicke in die Praxis so genannter „frauendominierter” Berufsfelder zu ermöglichen, um ihren beruflichen Horizont und damit ihre Berufsmöglichkeiten zu erweitern. Erfahrungen eines solchen Praxistages z.B. in einer sozialen Einrichtung können einen Beitrag zur Erweiterung von Sozial- und Handlungskompetenzen fĂŒr Jungen darstellen.

FĂŒr die Vermittlung von Haushaltskompetenzen bietet sich der Haushaltspass an. Mit dem Haushaltspass werden Jungen beauftragt, ĂŒber einen gewissen Zeitraum (1 Tag oder 1 Woche) nach der Schule bestimmte, im Haushalt anfallende TĂ€tigkeiten zu ĂŒbernehmen (WĂ€sche waschen, bĂŒgeln, Staubsaugen, putzen, Toilette sĂ€ubern, usw.). Dies wird im Haushaltspass schriftlich festgehalten und anschließend in der Gruppe besprochen.

zurück nach oben Druckansicht Artikel als Email versenden