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15.08.2007 › DIHK: Jungs aus dem schulischen Abseits holen
Männliche Schüler sind nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) im deutschen Bildungssystem weiterhin die Bildungsverlierer. Hierzu äußerte sich Bildungsexpertin Berit Heintz, Mitglied des Fachbeirates von Neue Wege für Jungs in der Süddeutschen Zeitung.
Jungen schnitten deutlich schlechter ab als ihre Mitschülerinnen, sagte Berit Heintz, Referatsleiterin Bildungspolitik und Schule beim DIHK. Sie bräuchten daher mehr Unterstützung aus der Gesellschaft.
Zwar hätten sie in den vergangenen zwei Jahren etwa bei den Schulabschlüssen leicht aufgeholt, aber „Anlass zur Entwarnung geben die neuen Zahlen nicht”, so Heintz.
Die Sorge des DIHK stützt sich im Wesentlichen auf die Auswertung aktueller Daten des Statistischen Bundesamtes.
Die Misere in Zahlen:
- Im Schuljahr 2005/2006 verließen mehr als 10 Prozent der Jungen die Schule ohne Hauptschulabschluss (Mädchen: 6 Prozent).
- Zugleich schlossen 21,7 Prozent der männlichen Jugendlichen die Schule mit der Fachhochschul- oder der Hochschulreife ab (Mädchen: 29,3 Prozent).
- Die Zahl der männlichen Schulabbrecher hat sich seit 1992 deutlich erhöht und verharrt nun auf hohem Niveau.
- Jungen sind im Durchschnitt eine ganze Schulnote schlechter als Mädchen; und nach wie vor wiederholen deutlich mehr Jungen als Mädchen eine Klasse.
- Fast 57 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren sind männlich.
Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung” schlug Berit Heintz vor, zur Verbesserung der schulischen und beruflichen Chancen von Jungen in der Schule auch eine besondere Jungenförderung einzuführen, etwa beim Lesen.
Ohne Schulabschluss oder mit schlechten Noten sei der Weg in qualifizierte Berufe für einen Großteil der männlichen Schulabgänger verbaut, warnte die DIHK-Bildungsexpertin.
Berufe in der technischen Produktion und im Handwerk würden immer anspruchsvoller, gleichzeitig nehme die Bedeutung von Berufen im Dienstleistungssektor zu. Die Jungen müssten daher mehr für moderne Dienstleistungsberufe interessiert werden, und die entsprechenden Anforderungen sollten frühzeitig deutlich gemacht werden.



